Vinaora Nivo Slider Schottische Tradition

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KAPITEL VII.

VON DEN WAFFEN UND DER MILITÄRISCHEN AUSRÜSTUNG DER KELTEN

The scottish gael by James LoganDie Rüstung der Kelten darf nicht fälschlich für deren Kleidung gehalten werden, insofern da sie selten ihre Verteidigungswaffen beiseite legten und draußen niemals ohne eine ihrer Waffen auftauchten. Hinsichtlich dessen müssen wir dasselbe Bedauern ausdrücken, wie wir es auch gelegentlich beim vorhergehenden Kapitel schon taten: es gibt nur wenige alte Denkmäler, die mit Bestimmtheit gallisch genannt werden können, und von diesen zeigt kaum eines die Militärkleidung. Nach Montfaucon unterdrückten die Römer jeden Wunsch danach, ein unterjochtes Volk als unabhängige Kämpfer darzustellen. Es war eine besondere Ehre, die zwei keltischen Legionen zuteil wurde und ein Tribut an ihre beispiellose Tapferkeit, dass, wie schon erwähnt, in Edessa Statuen von ihnen errichtet wurden, die sie in Waffen und Rüstung darstellen.

Die Gallier trachteten allgemein nach keiner anderen Verteidigung, als der, die ihnen die Natur bot und verachteten künstliche Mittel, um ihre Körper zu schützen; doch in voller Rüstung trugen sie sowohl Helme als auch Schilde, Brustpanzer und Kettenhemden, deren Gebrauch offenbar auf die Adligen beschränkt blieb. Die Vasallen waren entweder nicht in der Lage, sich diese Gegenstände zu beschaffen, oder lehnten das Privileg, sie zu tragen, ab. Die germanischen Fußsoldaten waren zur Zeit des Tacitus entweder nackt oder in leichte Roben gehüllt; nur wenige trugen Kettenhemden und noch weniger Helme. Die alten Briten werden beschrieben als fast nackt, auf jeglichen Rüstungsschutz verzichtend, außer auf das Schild.

Es ist nirgendwo beschrieben, ob die Eisenplatten, mit denen sie ihre Nacken und Oberkörper bedeckten, als Schmuck oder als Schutz verwendet wurden. Mela sagt, dass die Briten die gleiche Rüstung wie die Gallier trugen, und wie sie mehr auf ihre Geschicklichkeit und physische Stärke vertrauten als auf irgendeine Rüstung, die sie als Zeichen der Feigheit betrachteten. „Ich trage keine Rüstung“ sagte ein Earl of Stratherne 1138 im Standartenkrieg, „und diejenigen, die es tun, werden am heutigen Tage nicht mit mir vorrücken.“ Giraldus Cambrensis sagt, dass die Waliser nackt kämpften oder nur eine leichte Rüstung benutzten, während die Iren sie insgesamt ablehnten. In der Schlacht von Telamon zogen die Gesatae ihre Kleidung aus und standen nackt vor der Armee, nur mit ihren Waffen in der Hand, damit sie sich nicht mit der Kleidung im Gestrüpp oder anderen Hindernissen verfangen konnten. Polybius beschreibt es als schrecklich und befremdlich, diese Männer nackt marschieren zu sehen und die Bewegung ihrer großen Körper zu betrachten; dabei benahmen sie sich eher tollkühn als vorsichtig, denn sie wurden von den römischen Bogenschützen sehr gereizt, aber schließlich in einem schrecklichen Kampf zurückgeschlagen. Berichte über das Entkleiden finden wir auch bei anderen Vorkommnissen. Die Gälen bewahrten diese Sitte bis zum vergangenen Jahrhundert, wobei der Chief sich immer als erster entkleidete. Wie sehr dies auch ihren Heldenmut ehrte und wie sehr es ihnen auch die perfekte Bewegungsfreiheit verliehen haben dürfte, musste es doch bei vielen Anlässen ein starkes Bedürfnis nach einem Rüstungsschutz gegeben haben. Die Lowlander waren in dieser Beziehung den Highlandern überlegen, wie es auch in einem Lied heißt:

„Hatten nur den Belted Plaid

während jene Männer Rüstung trugen.“

Oder wie in späterer Zeit über ihre dürftige Bekleidung bemerkt wurde:

„Die Highlander sind geschickte Männer im Umgang mit Schwert oder Bogen,

doch sind sie gar nackte Männer, die noch nicht das Gewehr kennen, wie ich glaube.“

So sehr sich die Kelten auch an ihrer Verachtung der Rüstung gemessen haben mögen, lehnten sie ihren Gebrauch dennoch nicht ab, und auch ihre Herstellung war ihnen nicht unbekannt. Sie waren geschickt in der Fertigung militärischer Waffen und verwendeten auf ihre Kriegsausrüstung sehr viel Sorgfalt und Genauigkeit. Ihre größte Freude hatten sie an der Vortrefflichkeit und Schönheit ihrer Waffen. Solinus beschreibt den Aufwand, den die Iren mit ihrer Ausstattung treiben, als bemerkenswert.

KETTENHEMDEN UND HELME DER KELTENVÖLKER

Es ist auch angemessen, den Galliern die Ehre der Erfindung des Kettenhemdes zuzugestehen, das, laut Varro zuerst aus Leder gemacht war und den Namen Lorica erhielt. Auf gälisch hieß es luirich und war die übliche Bekleidung der Rüstung tragenden Schotten und Iren, da ihnen Blech noch weitgehend unbekannt war; es schien auch in beträchtlicher Länge getragen worden zu sein. „Die Rüstung, mit der sie in Kriegszeiten ihre Körper bedeckten,“ besagt die alte oben zitierte Chronik, „ist ein eisernes Bonnet und ein Kettenhemd, das fast bis zu den Knöcheln reichte.“ In ganz Schottland wurde hauptsächlich die jaque de maill getragen, so ein französischer Autor, der sie im 16. Jh. beschrieb; und auch derjenige, der Holinshed die Darstellung Schottlands lieferte, schien sie zu bevorzugen, da er bedauerte, dass seine Landsleute schwere Rüstung tragen sollten. Die irischen Truppen des 17. Jh. in ihrer vollen Rüstung trugen Kettenhemden, die bis zu den Waden reichten und manchmal aus Leder gemacht waren, das mit Eisennägeln besetzt war. Auch hatten sie schussfeste Gürtel.

Die Cimbri (ein Stamm, der ehemals Jütland bewohnte) trugen eiserne Brustpanzer; und laut Diodorus hatten einige Gälen eine Art Cuirass (meist lederne Rüstung aus Brust- und Rückenteil) aus dem gleichen Metall, bestehend aus Metallringen oder –haken, ähnlich dem Kettenhemd, wie manche glauben. Sie trugen auch eine Art Weidengeflecht unter ihren Westen.

Helme waren wie es scheint mehr bei den Galliern verbreitet als bei den Germanen, die auf verschiedenen Skulpturen mit einem Stück um den Kopf gebundenen Stoffes dargestellt sind. Die Form und die Verzierung der Helme bot den Kelten die günstige Gelegenheit, ihrer Leidenschaft am Verzieren zu frönen.

Bei den keltischen Stämmen der Lusitanier, Keltiberer und deren Verwandten waren die Helme aus Bronze. Der Formgeber befestigte daran oft noch hornähnliche Teile oder die Flügel des Merkurs aus dem gleichen Metall oder verschönerte sie mit Darstellungen von Vögeln und anderen Tieren. Die Stämme in Spanien und Portugal befestigten an den Helmen rote Federbüsche, die wahrscheinlich aus Pferdehaar waren, wogegen die Cimbri ihre Helme wie die Pranken und Mäuler wilder Tiere formten, die sie ferner noch mit Federn verzierten, die wie Flügel wirkten und von erstaunlicher Größe waren. Chonodomarius, ein gefeierter Held, wird auf einem Pferd sitzend beschrieben, in glitzernder Rüstung und mit einem flammenfarbigen Kranz oder ebensolchen Quasten an seinem Helm.

In obenstehender Abbildung stammen die beiden Helme rechts von den Skulpturen auf der Kirche Notre Dame, Paris; derjenige oben links stammt aus Dr. Meyricks Werk über die Rüstung, so wie er in der Vignette dargestellt ist; der darunter stammt aus einem Stich in Montfaucons Altertümern; und derjenige in der Mitte von einem Germanen auf der Antoniussäule.

Die Massageten verzierten ihre Helme und Brustpanzer mit Gold. Die Thraker trugen zur Zeit Xerxes Kappen aus Fuchsfell. Wahrscheinlich hatten die alten Caledonier eine Kopfbedeckung aus ähnlichem Material; der kleine Oskar, in Smiths Version des „Cathula,“ ist mit einem kleinen Helm aus Rehkitzfell dargestellt.

Ein Helm namens claogaid, wörtlich: die Spitze, oder der – ceann-bheart, eine Kopfbedeckung, werden von den alten Barden als nicht unüblich bei den Gälen erwähnt; und aus diesen Quellen ersehen wir auch, dass sie mit Adlerfedern besetzt waren, wahrscheinlich mit der ganzen Schwinge, durch die Ossian einen irischen Chief erkannt haben soll, da sie ein Erkennungsmerkmal war, wie wir auch Helden immer mit der „grauen Feder“ geschmückt sehen. (38)

Wir müssen das Privileg der historischen Dichter berücksichtigen, ihren Darstellungen mit nationaler Metaphorik auszuschmücken, indem jeder Beteiligte ein Held, wenn nicht gar ein cean-tigh (Hausherr oder Chieftain) ist und folglich dazu berechtigt, einen Helm und das entsprechende Crest zu tragen. Ob metallene Helme in Caledonien zur Zeit der Fingal-Dynastie sehr verbreitet waren, darf bezweifelt werden; aber die Adlerfeder war schon immer das Kennzeichen der Hochland-Edelleute.

Eine enganliegende, randlose Kappe schützte noch vor nicht allzu langer Zeit den Kopf des Cheiftain und wurde auch niemals unter dem Rang eines Galloglach getragen. Bei den Iren diente die Glib aus verfilzten Haaren als Helm, doch gebrauchten sie auch Kopfbedeckungen, die mit Leder bezogen waren. Die Schotten tragen schon lange Rüstung, wenn auch schlechte. Im Battle of the Standard hatte die Infanterie nichts anderes zur Verteidigung zu bieten als einen Lederschild.

KELTISCHE SCHILDE

The scottish gael by James LoganLaut Strabo und Virgil war der Schild der Gallier in der Regel länglich geformt, wie auch das der Ligurier. Auf Skulpturen erkennen wir die Germanen mit einem großen ovalen Schild. Tacitus gibt ihn ebenfalls als groß an, aber an die Größe des Trägers angepasst. Auf Abbildungen in Cluverius’ Werk ersehen wir, dass er anfangs aus rauer Wolle oder Baumrinde geformt war, die manchmal noch die natürliche Rundung aufwies, andererseits aber auch flach sein konnte, und er fast Körpergröße aufwies; in einigen Beispielen erscheint er aus Stroh oder Binsen gemacht und erinnert irgendwie an das Flechtwerk eines Bienenkorbes.

Dennoch scheint der bevorzugte Schild der Kelten ein kleiner Rundschild gewesen zu sein; und wie Schöpflin bemerkt, wurden in Deutschland Reste eines solchen ausgegraben. Einige der Keltiberer verwendeten den leichten Schild der Gallier, andere dagegen trugen große runde Schilde, doch Polybius berichtet, dass sie bei Cannae beide Arten trugen, die er als schwach bezeichnete. Der römische Schild war anfangs viereckig, aber in den Kriegen mit den Thyrenern übernahm ein gallischer Stamm von ihnen die runde Schildform. Unter den Beutestücken aus Thermopylae, wo die Gallier keine andere Verteidigungswaffe hatten, befanden sich auch solche Schilde, die im Apollotempel von Delphos gelagert waren, und die Pausanias als den persischen ähnlich beschreibt, die Gerrha genannt wurden. Jene Kelten nannten sie thureoi oder thyreos; die Waliser nennen sie immer noch tarian und die Franzosen behielten die Bezeichnung thiros. Im gälischen wird tearmun (Schutz oder Verteidigung) auf einen Schild angewandt, genauso targaid, wovon das sächsische targa und das englische target abstammt, aber die gewöhnliche Bezeichnung ist agiath und wird auf ein Schild mit der Form eines Flügels angewandt, welcher durch das gleiche Wort bezeichnet wird. Die ältesten und meist verbreiteten Schilde der Caledonier bestanden wahrscheinlich aus geflochtenen Zweigen, mit Leder bespannt. Im Gedicht des Cathula heißt es, dass ein Schwert durch den Falz eines Schildes fuhr; und in Duthona wird der junge Oscar mit einem Schild aus geflochtenem Schilfrohr dargestellt. Cäsar sagt von den Aduatici, welche die Gemarkung um Douay einnahmen, dass sie Schilde aus Weide besaßen, die mit widerstandsfähigem Leder überzogen waren, während Tacitus die Schilde der Germanen als aus Korbgeflecht oder Holz beschreibt, die aber selten in Verbund mit Leder oder Eisen gefertigt waren, wie die der Römer. Zur Zeit Spencers trugen die Scoten aus Ulster lange Weidenschilde, die bei den südlichen Stämmen fast unbekannt waren.

Lucan berichtet, dass die Keltiberer kleine Schilde namens Cetra benutzten, die später von den Römern übernommen wurden. Ich finde, dass das gälische C’etra, was soviel bedeutet wie „dazwischen liegen, dazwischen treten“, für einen Schild sehr zutreffend ist. Die Lusitanier trugen Schilde mit einer eigentümlichen Form, ähnlich einem Halbmond, die aus Tiersehnen bestanden, die so fest miteinander verwoben waren, dass sie an Leichtigkeit und Stärke nicht mehr übertroffen werden konnten. Wurden sie dazu mit bewundernswertem Geschick gehandhabt und flink herumgewirbelt, war es kaum möglich, den Träger zu verletzen. Sie wurden Peltae genannt, und vier Stück befinden sich im Wappen der Vesontes, in der Abbildung. Bei den Etruskern war er rund und nicht am Arm befestigt, sondern wurde mit der Hand in der Mitte gehalten.

Laut Herodian war der Schild der alten Caledonier rechteckig, ähnlich demjenigen, der Cluverius den kontinentalen Kelten zuschreibt; doch zahlreiche Ausgrabungen beweisen, dass dies nicht die einzige Form war, falls sie überhaupt verbreitet gewesen war. Dr. Meyrick stellte in der Tat kürzlich in der Society of Antiquaries ein seltsames Überbleibsel eines solchen Schildes aus, aber der original britische Schild war kreisförmig. Die Figur der Britannia auf römischen Münzen ist mit einem solchen dargestellt, das wahrscheinlich die Größe der Schilde hat, die von den Highlandern, in der Zeit ihrer Unabhängigkeit, auch weiterhin getragen wurden. Die Barden sprechen immer nur von einer runden Form, ähnlich derjenigen, die im letzten Jahrhundert (17. Jh.) gebraucht wurde, wobei die poetischen Ausdrücke „dunkelbraun“ und „Schild aus Lederriemen“ auf die lederne Bespannung anspielen. Der Targaid der schottischen Highlander war immer rund und bestand aus ein oder zwei dünnen Holzbrettern, die mit ein bis zwei Lagen dicken Leders bespannt waren, welches mit zahlreichen Nägeln befestigt war, die gewöhnlich aus Messing, oft aber auch aus Eisen und manchmal aus Silber waren, je nach den Lebensverhältnissen des Einzelnen. Diese Nägel oder Knöpfe dienten zur Verstärkung des Schildes und waren als Zierrat darauf angebracht, wodurch sie, mit Hilfe der unterschiedlichen Materialien aus denen sie bestanden, gepanzerte Symbole und Muster formten. Der gebräuchlichste Stil war die Anordnung in konzentrischen Kreisen, was einen gefälligen und prächtigen Anblick bot. Der Schild in nebenstehender Abbildung befindet sich im Tower von London und hat einen Durchmesser von ca. 50 cm. Derjenige in der Vignette über der Kapitelüberschrift auf Seite 185 stammt aus einem Porträt eines Highland-Edelmannes aus dem Trius, der in Besitz von Mr. Donald Currie, Regent street, ist. Die kreisförmige Anordnung der Nägel ist einzigartig, denn ein Bronzeschild von fast der gleichen Größe, dass in Cardiganshire gefunden wurde und in Dr. Meyricks ausgezeichneter Geschichte dieses Bezirks dargestellt ist, weist sechzehn erhaben ausgeführte Kreislinien aus Rundkopfnägeln auf, die genau den Nägeln auf den Schilden der Highlander gleichen. Es ist schwer zu sagen, ob der Metallschild eine Nachbildung des hölzernen war oder umgekehrt. Wie auch der schottische Schild wurde das seltsame Relikt mit einem Handgriff getragen, der auf der Rückseite über den Umbo ( eine hohle Halbkugel) verlief, der Platz für die Hand ließ. In vielen Fällen wurden diese aus Eisen oder Bronze gefertigten Teile noch ausgegraben, während das sie umgebende Schild schon längst verrottet war. Diese Ausführung des Schildes war in allen nördlichen Ländern verbreitet. (39)

Der kleine runde, mit Leder bezogene Schild, der sowohl unter den Schotten wie auch unter den Iren verbreitet war, wurde von den Highlandern beibehalten, und diese vermögen ihn mit ausgezeichneter Geschicklichkeit zu führen. Schon im 1. Jh. lösten ihre Vorfahren Bewunderung aus, durch die Gewandheit mit der sie die Schilde benutzten, um die Geschosse der römischen Armee abzuwehren. Der einhändige Griff in der Mitte des Schildes ermöglichte dem Träger eine gute Handhabung. Der Schild hatte eine so große Wichtigkeit, dass in der letzten unglücklichen Rebellion, nach der Schlacht von Preston Pans, es die größte Sorge war, der Armee eine genügend große Anzahl davon zur Verfügung zu stellen. Indem sie die Bajonettspitzen mit dem Schild abfingen, konnten sie gleichzeitig mit ihrem Schwert den Feind attackieren, der bei dieser Form des Angriffs fast keine Verteidigung hatte. Aber das war noch nicht alles: Der Schild hatte oft eine Spitze in der Mitte, und zudem waren die Kämpfer daran gewöhnt, den Dirk mit sich zu führen, was eine doppelte Bewaffnung war. „Wenn sie in Reichweite der feindlichen Bajonette ihr linkes Knie beugten, bedeckten sie in dieser Haltung ihren Körper mit dem Schild, das den Stoß der Bajonette abfing, während sie zu gleicher Zeit ihren Arm mit dem Schwert erhoben und auf ihren Gegner einschlugen. Ist man einmal unter die Bajonette geraten, entscheidet sich der Ausgang der Schlacht in einem Augenblick, und das Blutbad folgt; die Highlander töten zwei Männer gleichzeitig, einen mit dem Dirk in der linken Hand und den anderen mit dem Schwert.“ Das sind die Worte von einem, der an dieser Schlacht teilgenommen hatte, und es deshalb auch gut beurteilen kann. Diese überlegene Taktik erforderte in der Zeit der Rebellion eine erhöhte Aufmerksamkeit, und es wurden viele Pläne entworfen, wie man es den regulären Truppen ermöglichen könnte, dem wütenden Angriff der Highlander zu widerstehen.

Gewöhnlich hing der Schild über der rechten Schulter, und beim Marschieren wurde er manchmal auch am Arm getragen: doch trug man ihn nur in der eigentlichen Schlacht. Bei den Germanen galt es als größte Schande, im Krieg seinen Schild zu verlieren oder im Stich zu lassen. Wer dies tat, dem wurde die Teilnahme an Opferzeremonien und öffentlichen Versammlungen verwehrt; und viele, die das Pech hatten, dieses Ausrüstungsteil zu verlieren, erhängten sich, damit sie sich die Schande ersparten, in diesem unwürdigen Zustand aufzutauchen. Die Gälen trieben es damit nicht so weit, nur die Highlander waren nicht dazu bereit, sich von ihrem Schild zu trennen:

„Whose brazen studds and tough bull hide,

Had death so often dashed aside.”

(“Seine bronzenen Nägel und das raue Leder

haben so oft den Tod schon vertrieben“)

Der Schild der keltischen Häuptlinge war oft aus Metall, oder wie der obenstehende, mit Metall beschlagen. Ein runder Eisenschild, ca. 10kg schwer, wird noch auf Dunvegan Castle auf Sky aufbewahrt. Das Schild des Earl of Mar in der Abbildung ist aus Stahl, mit Verzierungen aus Gold.

Der Schild wurde auch manchmal mit halbkugeligen Erhebungen versehen, auf gälisch copan, mit denen man, da sie hohl waren, Geräusche erzeugen konnte. Darüber hinaus diente er den alten Caledoniern noch zu weiteren wichtigen Zwecken. Der Schild wurde entweder an einen Baum oder zwischen Lanzen gehängt, nahe dem König oder dem Kommandeur einer Armee, auf See hing er an einem Mast, „das traurige Zeichen des Krieges,“ und wenn er mit einem Speer geschlagen wurde, war dies das Zeichen für das Zusammenziehen der Armee oder die Vorbereitung auf eine unmittelbar bevorstehende Schlacht. Deshalb wurde er auch poetisch u. a. „der Alarmschild“ genannt.

DER GEBRAUCH DES SCHILDES

Die Kelten taten alles auf feierliche, ernste und ganz besondere Weise. Es scheint ein Privileg des Kriegsherren gewesen zu sein, „zu bestimmten Zeiten auf sein Schild zu schlagen,“ und auch die Krieger schienen dies gelegentlich zu tun, „wenn ihr Zorn entbrannte,“ entweder um ihren Zorn am Leben zu halten oder als Zeichen für ihre Bereitschaft zum Wettkampf und ihre Angst davor. Es war auch Sitte, zumindest im Krieg, dadurch den Häuptling zu wecken. Ich kann mir dennoch nicht vorstellen, wie der erzeugte Klang laut genug sein konnte, um von der gesamten Armee gehört zu werden, wie es von den Poeten besagt wird, auch wenn sie aus sehr klingendem Material gefertigt waren; auch erscheint eine solche Art und Weise der militärischen Befehlsgabe dort unnötig, wo es für den gleichen Zweck Signalhörner gab. (40)

Ein Volk, das in der Lage war, auch andere sinnreiche Teile seiner militärischen Ausrüstung herzustellen, konnte natürlich auch einen eisernen Schild ersinnen, mit der Fähigkeit, einen bestimmten Ton zu produzieren; doch der außergewöhnliche Effekt, der dem lauten Klang dieser Schilde beiwohnen sollte, kann man nur der dichterischen Ausschmückung zuschreiben.

Der Schild des Cathmor, einem irischen Häuptling, wie er im siebten Buch des Temora beschrieben ist, erscheint zu kunstvoll für die einfache Stufe, auf der sich die Kunst zu jener Zeit befand. Er wies sieben Halbkugeln auf, von denen jede mit einem Stern verziert war, die ein Sternbild ergaben (der Schild des Achilles war gleichfalls mit Himmelssymbolen verziert), und übermittelte durch seinen Klang einen besonderen Befehl des Königs. Natürlich wäre ich nun geneigt, die Existenz eines solchen einzigartigen Gegenstandes anzuzweifeln, wüssten wir nicht von Ausgrabungen her, dass die Halbkugeln manchmal aus Silber oder anderem Metall waren, von raffinierter Ausführung. Sollte man nicht versuchen, für jene traditionellen Geschichten vernünftige Erklärungen zu finden? Metallschilde waren bei diesen Stämmen nur in begrenzter Zahl in Gebrauch und auch nur auf den Häuptling beschränkt, woraus Ausdrücke wie „Könige der blauen Schilde“ etc. hervorgingen. Der Schild des Fingal war ganz klar ein solcher, wobei folgende Passage einen klaren Einblick gibt, wie diese seltsame Sitte gehandhabt wurde. „An zwei Speeren hing der Schild; das schimmernde Zeichen des Todes: der Schild, den er schlagen wollte, in der Nacht, bevor er in den Krieg zog. Dann wussten seine Krieger, dass der König in die Schlacht begleitet werden sollte, da dieser Schild nur dann gehört wurde, wenn Fingals Zorn entbrannte.“ Dieser Schild, entweder aus Metall oder mit Metall beschlagen, war eine einfachere Konstruktion als die des Cathmor.

Der für diese Schilde gebrauchte Ausdruck „bossy“ (gebuckelt), bezeichnete die kleinen konvexen Platten oder Halbkugeln (Buckel), mit denen sie verziert waren. Einige waren zweifelsohne mit überragender Raffinesse gefertigt und mit mehreren dieser Buckel in Segmente eingeteilt; ein Anblasen einer dieser Buckel könnte die Methode gewesen sein, mit der die Befehle des Königs der Armee mitgeteilt wurden. Dies verträgt sich perfekt mit den symbolischen und figürlichen Gepflogenheiten der keltischen Rasse; und diese Methode war nicht so fremdartig, wie es zu Anfang schien.

Die sieben Buckel auf Cathmores Schild waren „die sieben Stimmen des Königs, die seine Krieger vom Wind erhielten und die all seinen Stämmen kundgetan wurden.“ Hier erzählt man uns nicht, dass der Ton eines bestimmten Buckels, auf den er schlug, so laut war, dass er von der ganzen Armee gehört wurde, sondern die verschiedenen Clans wurden durch die Krieger informiert. In obenstehendem Auszug lesen wir auch, dass es nur die Krieger waren, entweder die gewöhnlichen oder die ranghöheren, die wussten, wann die Schlacht zu beginnen hatte.

Weiter lässt sich dazu bemerken , dass der König von Morven eines Nachts auf seinen Schild trommelte, worauf ein großer Teil seines Heeres aufwachte und es für das Signal zur Bewaffnung hielt, wobei wir, aufgrund gleichlautender anderer Passagen, davon ausgehen müssen, dass es sich so abgespielt hatte. Da sie jedoch keine weiteren Anweisungen erhielten, kegten sie sich wieder schlafen. Man kann unmöglich glauben, dass diese Schilde so laut waren, wie es uns der Barde in seiner dichterischen Freiheit zu verstehen gegeben hat; und auch wenn die Buckel auf Cathmores Schild wie Glocken läuteten, liefe die Armee trotzdem Gefahr, die Bedeutung zu missverstehen; wenn aber der König durch eine bestimmte Anzahl Schläge auf einen bestimmten Buckel ein festgelegtes Signal übermittelte, zogen sich seine Krieger oder Gefolgsleute entweder zurück oder überbrachten seine Befehle den einzelnen Clans. Der Schild war das einzige Ausrüstungsteil des Kriegers, das dazu geeignet war, die Beschlüsse des Häuptlings bekanntzugeben; und, so wie der Schild des Cathmor sich von dem des Fingal unterschied, hatte vielleicht auch jeder Stamm seine eigenen Signale.

Der König ist der Beschützer seines Volkes, und der Schild, als Körperschutz gebraucht, bekundete seine Präsenz, indem er immer am Körper getragen wurde. Der Schild wurde auch im übertragenen Sinne gebraucht, um die erfüllte Verteidigung zu bekunden, indem er im Falle eines Sieges von einem Barden vor der Armee her getragen wurde, wie wir in einem gälischen Gedicht lesen, das von der Zeit der caledonischen Barden handelt. Auch diejenigen, die Beistand suchten, trugen ein Schild vor sich her, der aber mit Blut bedeckt war, wenn sie den Tod ihrer Freunde oder ihres Beschützers beklagten.

Die Verwendung des Schildes als Gedenktafel, auf der Ruhm und Erinnerung an Helden und ihre Vorfahren verewigt wurden, ist nicht die älteste. Der Ursprung des Wappens geht wahrscheinlich mehr auf den Brauch zurück, die Absichten und Entschlüsse der verfeindeten Parteien darzustellen. Wenn die damaligen Krieger die Felle und andere Teile der von ihnen getöteten Tiere trugen, oder sich mit den Beutestücken ihrer besiegten Feinde schmückten, taten sie dies zur Einschüchterung, wodurch sie nicht nur ihre Macht und Gewalt demonstrierten, sondern auch ihre Tapferkeit dadurch erhöhten. Völker wie Einzelpersonen haben häufig bestimmte Symbole übernommen und trugen sie auf ihren Schilden oder Flaggen, um anderen die Absichten zu präsentieren, aus denen sie angegriffen wurden. (41)

Die eigentliche Bedeutung des Wortes Herold ist Vorkämpfer einer Armee; und den Krieg zu verkünden ist immer noch seine Aufgabe. Die Barden waren die Herolde der Kelten, und sie trugen genauso die Schilde der Häuptlinge, wie der Herold späterer Zeiten das Wappen seines Landes oder Herrn trug.

VERZIERUNGEN DER SCHILDE

Die eingeprägten Ornamente auf dem Leder des Schildes ähneln den Flechtwerkmustern der Kelten, deren Lieblingsornamenten, wie sie auch auf den Griffen der Dirks dargestellt sind, sowie auf deren Broschen und anderem Zierrat. Diese komplizierte Ornamentik, die über viele Zeitalter hinweg unter den Kelten allgemein verbreitet war, ist auf den groben Steinmonumenten zu sehen, und scheint von den geheimnisvoll verflochtenen Zweigen der Bäume abgeleitet zu sein, unter denen die Druiden ihr Wissen verbargen, und von dem später noch die Rede sein soll.

Die Gallier, so Diodorus, trugen oft bronzene Tierfiguren auf ihren Schilden, die sowohl für Stärke standen, wie auch als Zierrat dienten; die der Kimbri waren hell glänzend und mit Tierfiguren verziert. Auch die Kelten gestalteten ihre Schilde gern farblich, eine Praktik, die sie schon von frühester Zeit an ausübten und die, zum Zweck der Unterscheidung, ganz klar der Ursprung der Heraldik ist, über die die Meinungen der Professoren und Historiker so stark auseinandergehen.

In Thermopylae hatten die Gallier ihre Schilde in einer bestimmten Art und Weise bemalt; die Nacht war jedoch so dunkel, dass sie die verschiedenen Muster nicht mehr unterscheiden und ihre eigenen Truppen nicht mehr erkennen konnten, was in einer kompletten Verwirrung endete.

Bei einem einfachen Nomadenvolk kann man nicht davon ausgehen, dass Einzelne bestimmte Symbole oder Zeichen haben; der Stamm insgesamt nimmt ein gemeinsames Erkennungszeichen an. Die Geschichte der Wappen muss in eine weit frühere Epoche zurückverfolgt werden als bis zur Zeit der Turniere. Dr. Henry nimmt an, dass die Einführung der Bekleidung die Übertragung der Adelssymbole vom Körper auf den Schild zur Folge hatte. Das mag zu einem gewissen Grad richtig sein, da die Haut zum Zwecke der Unterscheidung eingefärbt wurde; aber Insignien wurden, so weit ich es verstehe, erst auf Standarten und Schilden ausgeführt; und wahrscheinlich war diese Praktik anfangs auch mit einem religiösen Gefühl verbunden, indem die Symbole vielleicht verschiedene Götter darstellten. Dies untermauert die Sitte der Aestii, welche Abbildungen von Wildschweinen trugen, um die Anbetung der Mutter der Götter damit zu demonstrieren; und durch dieses Zeichen wurden sie erkannt und inmitten ihrer Feinde beschützt. Die Gallier nahmen die Bildnisse ihrer heiligen Haine mit in den Krieg. Die Prinzessin von Mailand nahm bei Hannibals Einfall in Italien die goldenen Insignien aus dem Tempel der Minerva und marschierte mit ihnen gegen die Römer. Dieses Volk bewahrte von dieser alten Sitte noch etwas; indem die Adler und anderen militärischen Abzeichen in einem kleinen Tempel zusammen mit den Schutzgöttern hinterlegt wurden, die bei der Präsentation beide den gleichen Rang einnahmen.

BANNER

Die keltischen Stämme hatten Standarten oder Banner, die in den Gedichten der Barden im übertragenen Sinne als „Sonnenstrahlen“ bezeichnet werden, von denen jeder Anführer eines besaß. Das des Fingal, von dem Dr. Smith aus Campbelltown eine Beschreibung gibt, war als königliche Insignie hoch geachtet; aber die Flagge des Diarmid, die den rechten Flügel der Armee anführte, schien noch darüber zu stehen. In der originalen gälischen Version ist die Beschreibung der Banner der sieben Oberhäuptlinge sehr ausführlich, und „so schön, dass ich es mit nicht erklären kann“, sagt ein kluger Schriftsteller, „wie MacPherson dies in seiner Übersetzung übergehen konnte.“

Das Material dieser Banner ist nicht leicht zu bestimmen. Im Gedicht „der Tod des Fraoich“, das vermutlich fast genauso alt ist wie das von Ossian, wird die „bratach sroil“, eine seidene Flagge erwähnt, doch ist es fraglich, ob dies nicht nur ein Einschub ist. Wahrscheinlich wird der Ausdruck heute mit Seide in Verbindung gebracht und früher nur etwas aus besonders feinem Gewebe bezeichnete.

Die caledonischen Chiefs hatten Standartenträger in Erbfolge, und dieses Amt war ein sehr angesehenes, zu dem es noch einen Sold in Form von Land und anderen Nebeneinkünften dazu gab. Unter Sir Donald MacDonald of Slate erfreuten sie sich auch weiterhin des Vertrauens und ihrer Einkünfte und wurden von einigen Chiefs bis in die jüngere Zeit behalten. Die keltische Bezeichnung von Vergasilanus ist Fear go saelan = der Mann mit der Standarte. In vielen Fällen wurden speziellen Bannern abergläubische Bedeutungen zugeschrieben, die vor allem aus der zuvor erwähnten religiösen Verehrung entstanden sein könnte. Auf der Insel Oronsay, in der Nähe des Grabes von Murchard MacDuffaidh, einem Abt, der 1509 starb, ist, oder wurde kürzlich, ein Stab aufgestellt in Erinnerung an die Fahnenstange seiner Familie, von der das Weiterbestehen seiner Familie abhing. Clan na Faiter besaß drei Ländereien in Bracadale auf der Isle of Skye, um das Braotach-shi des MacLeod zu behüten, die laut Tradition nur zu drei Anlässen bestellt werden durften. Pennant, der diese Geschichte berichtet, sagt, dass dritte Mal geschähe es zum Schutz seines eigenen Lebens; aber wir wissen nicht, ob dieses letzte Mal nicht noch einen anderen Effekt hatte. Sein Leben zu behalten, war der Grund für die ständige Dankbarkeit gegenüber der „Feenflagge“ .

Die Farben der ursprünglichen Banner sind nicht genau bekannt. „Die dunklen Fäden von Erins Standarte“, die Mischfarben von MacDruivels Bratach, das in schönem Grün gehaltene Banner des Königs der Plains und die roten und grünen Meteore, wie andere sie bezeichneten, geben keinen sehr genauen Eindruck ihrer Gestaltung. Das Banner des Gaul, einem Kameraden des Fingal, wurde Briachail bhrocaill genannt.

WAPPENZEICHEN

Die Kelten beschränkten ihre Wappenzeichen nicht nur auf ihre Flaggen; sie stellten sie, wie wir gesehen haben, schon lange vor Beginn des christlichen Zeitalters auf ihren Schilden dar. Die Germanen waren berühmt für ihre geschmackvollen Malereien, deren unterschiedliche Farben sehr bewundert wurden.

Tacitus berichtet, dass die Arianer, einer der römischen Stämme, sich durch schwarze Schilde unterschieden, doch beschreibt er diese generell als verziert mit Abbildungen von Tieren wie Bären, Bullen, Wölfen, Hirschen, Ochsen, Pferden, Hunden und Luchsen. Die dazu gehörenden Abbildungen, die nach den Beschreibungen im „Notitia Imperii“ des Pancirollus und dem „Hieroglyphica“ des Pierius gestaltet worden sind, zeigen, dass die gallischen und germanischen Hilfstruppen verschiedenste Bildnisse und Muster auf ihren Schilden trugen, die in jeder Hinsicht Wappen sind; und was die geschmackvolle Zusammenstellung der Farben und Symbole angeht, standen die britischen Legionen ihren kontinentaleuropäischen Freunden in nichts nach.

In den Dichtungen der Barden finden wir oft Anspielungen auf bemalte Schilde. Einmal werden sie als rot beschrieben, ein anderes Mal als gepunktet, bunt oder kariert.

Es ist einmalig, dass das Wort breac, mit dem der teilweise gefärbte Schild bezeichnet wurde, auch für den Mantel oder Umhang Verwendung fand, der das Erkennungszeichen der Gälen wurde!

Zur Zeit Spencers bemalten die Iren ebenfalls ihre runden Lederschilde „auf einfache Art und Weise“

Einige der auf den keltischen Schilden dargestellten Symbole haben große Ähnlichkeit mit denen der modernen Wappen. Wir erkennen den Stern, den Karfunkel, die Raute, die Mondsichel, den Greifen, etc. die genauso stilistisch gearbeitet sind wie in vielen alten Wappendarstellungen.

In folgendem Unterkapitel werden die Familienwappen oder Abzeichen jener Völker genauer betrachtet. Dass sie auf ihren Helmen verschiedenste Figuren und Symbole trugen, haben wir schon aufgezeigt, auch, dass sie der Unterscheidung zwischen den Stämmen und zur Bestimmung der Abstammung dienten, kann nicht bezweifelt werden.

Pausanias berichtet uns, dass Aristomenes einen Adler als Zeichen trug, Agamemnon einen Löwenkopf, Menelaus einen Drachen, etc. Das Symbol der Dacier war ebenfalls ein Drache, und die Skythen trugen einen Blitz. Die ersten Gallier, die in Rom als Gladiatoren dienten, hatten einen Fisch als Symbol und wurden als Mirmillonen bezeichnet.

ABZEICHEN

Abzeichen wurden auf den Helmen getragen, auf dem Schild und auf dem Banner; und daher enthalten moderne Wappen oft Darstellungen dieser alten Unterscheidungszeichen. Bruce trug auf seiner Fahne drei Holunderzweige, die er Irvine of Drum schenkte, seinem Bannerträger, dessen Nachkommen sie immer noch im Wappen tragen.

Der Löwe war, laut Gebelin, das übliche Zeichen der keltischen Stämme; folglich ist das Nationalwappen Schottlands von hohem Alter. Zwar beschreibt Aldred dieses Tier im Standartenkrieg als „ad similitudinem Draconis figuratim“ (eine drachenähnliche Figur), aber der Grund für den Fehler könnte sehr wahrscheinlich die recht grobe Form der Figur gewesen sein, da man weiß, dass die Wappenzeichen früher sehr wenig Ähnlichkeit mit ihren Vorbildern hatten. Mittlerweile ist die Wissenschaft fortgeschrittener, doch ist es noch nicht lange her, dass es anders war. Einst besuchte ein Mitglied des Wappenkollegiums die Menagerie im Tower, wo man ihm die Löwen zeigte; „Löwen !“ rief er aus, „Ich habe schon zu viele gemalt, um nicht zu wissen wie sie aussehen!“ und er glaubte tatsächlich, die Tiere vor ihm wären eine andere Rasse!

Es gibt viele schottische Familien, die Tiere, oder Teile davon tragen, die weder in Großbritannien noch in Kontinentaleuropa zu finden sind. Es wäre sehr weit hergeholt zu vermuten, dass man damals schon wusste, dass die schon lange ausgestorbenen Tiere mancher Wappenabbildungen einst hier lebten; sollten wir nicht besser glauben, dass diese Abbildungen der allgemein verbreiteten keltischen Praktik entstammen? Das Tragen überlieferter Wappen oder Abzeichen stammt normalerweise von den Goten; aber fragen diejenigen, die das verneinen, auch danach, von wem sonst es die Kelten übernommen hatten ? „Im keltischen Schottland“, sagt der Autor von Caledonia, „waren im Jahre 1076 weder das Rittertum noch die dazu gehörenden Wappen bekannt gewesen.“ Der ritterliche Geist war immer der stärkste Charakterzug der Gälen, aber da die Wissenschaft der Heraldik, die von anderen Völkern verfeinert wurde, nicht vom primitiven schottischen Volk studiert wurde, bewahrte es die Wappenkunde in ihrer ursprünglichen Einfachheit, und ihre feinen Unterschiede und besonderen Regeln wurden streng befolgt.

In alten Familien gibt es nur wenige Fälle mit seltsamen Tieren im Wappen. Die Highlander hatten weniger Gefallen an diesen seltsamen Schutzwesen als andere. Bei Turnieren standen deren Clansmänner in nackter Wildheit oder in ihren heimatlichen Breacans hinter den Schilden.

BADGES ODER CRESTS

Die bemalten Schilde, die am Kopf getragenen Crests (Wappen) oder Badges (Abzeichen), die Standarten und die genau festgelegten Muster der Kleidungsstücke, waren die Erkennungs- und Bestimmungszeichen der keltischen Krieger und ihrer Stämme. Die folgende Liste, auf deren Genauigkeit man sich verlassen kann, enthält die Badges der schottischen Clans. Nach 1745 wurden einige Frasers und Mackenzies wegen Tragens dieser Abzeichen nach dem Entwaffnungsgesetz bestraft.

Badges oder Suiacheantas der Highlandclans mit gälischer, deutscher (oder englischer) und botanischer Bezeichnung:

Buchannan - Dearcag Monaidh – Heidelbeere - Vaccinium uliginosum.

Cameron – Dearcag Monaidh – Krähenbeere – Empitium nigrum.

Campbell – Garbhag ant-sleibh – Bärlapp – Lycopodium selago.

Chisholm – Raineach – Farn – Filix.

Colquhon – Braoileag nan con – Arbutus uva ursi

Cummin – Lus mhic Cuimein – Kreuzkümmel – Cuminum.

Drummond – Lus mhic Righ breatuinn – Feldthymian, Quendel – Thymis sirpyllum.

Fergusson – Ròs gréine – Little sunflower – Helian thymum marifolium.

Forbes und MacAoidh – Bealuidh oder Bealaidh – Besenginster – Spartium scorparium.

Fraser – Iuthar – Eibe – Taxus baccata.

Grant, MacGregor, MacKinnon und MacQuarie – Giuthas – Kiefer – Pinus sylvestris.

Gordon – Iadh shlat, Eitheann – Efeu – Hedera helix.

Graham – Busidh craobh, na Laibhreas – Lorbeer – Laureola.

Hay – Uile-ice – Mistel – Viscum album.

Logan und Sinclair – Conis – Stechginster – Ulex europaeus.

MacAulay und MacFarlane – Muileag – Preisel-, Kranbeere – Oxycoccus palustris.

MacDonald, MacAlastair und MacNab – Faoch gorm – Heidekraut – Erica vulgaris.

MacDougal Fraoch dearg – Glockenheide – Tetralix.

MacKenzie und MacLean – An Cuilfhionn – Stechpalme – Ilex aquifolium.

MacLachlan – Faochag, na gille-fuinbrinn – Kleines Immergrün – Pervinca minor.

MacLeod, Gunn und Ross – Aiteann – Wacholder – Juniperis communis.

MacNaughtan – Lusan Albanach – Azalee – Azalea procumbens.

MacNiel und Lamont – Luibheann – Dryas – Octopetala.

Macpherson, MacIntosh, MacDuff, MacBean, Shaw, Farquharson, MacGillivray, MacQueen, Blark, Davidson, Elder und noch einige andere, wie z.B. Zweige des Clan Chattan – Lus na’n Craimsheag, nam Braoileag – Preisel- oder Kronsbeere – Vaccinium vitis idea. (um Verwirrung zu vermeiden wurde wegen seiner Ähnlichkeit der Buchsbaum anstelle der Preiselbeere verwendet, weshalb man später glaubte, der Buchs wäre das Abzeichen der MacIntoshs. Es gibt ebenso die Meinung, dass der Craobh Aighban, Bocus sempervirens, ein Baum, der in den Highlands wachsen soll, der echte Suiacheantas wäre.)

Menzies – Fraoch nam Meindarach – Menzie-Heidekraut – Menziesia coerulea.

Munro – Garbhag an gleann, na crutal a mada ruadh – gemeiner Bärlapp – Lycopodium clavatum.

Murray und Sutherland – Bealaidh Chatti – Butcher’s Broom – Ruscus occiliatus.

Ogilvie – Boglus – Immergrüne Ochsenzunge – Anchusa.

Oliphant – Luachair – große Binse – Scirpus.

Robertson – Dluith fraoch - Feinblättriges Heidekraut – Erica cinerea.

Rose – Rós-máiri fiadhaich – Wilder Rosmarin – Andromeda media.

Stewart – Darach – Eiche – Quercus robur. Sie tragen ebenso die Distel, Cuaran, als Nationalsymbol. (Da die Eiche kein immergrünes Gewächs ist, sehen sie die Highlander als Symbol für den Niedergang des Königshauses. Das Zeichen des piktischen Königreiches war die Gartenraute, die zusammen mit der Distel in der Ordenskette zu sehen ist.)

Urquhart – Lus-lethn’t-samhraidh – Goldlack – Cheiranthus.

Drei Flügelfedern des heimischen Adlers sind das Kennzeichen eines Highland-Chief, zwei davon bezeichnen einen Chieftain und eine einen Edelmann oder Hofbeamten. Dieses Adelsmerkmal war schon zur Zeit Ossians bekannt. Hätte Prinz Charles 1745 mit seinem Unternehmen Erfolg gehabt, wollte er in diesem Falle einen militärischen Orden des Bergadlers ins Leben rufen.  (41)

SCHLACHTRUFE

Zusammen mit den Unterscheidungsmitteln Badge und Crest benutzten die Gälen auch Schlachtrufe oder Parolen, die mit dem jeweiligen Crest fest verbunden und bestimmten Gebieten und Stämmen eigentümlich waren. Das bemerkenswerte Rufen in Sprechchören, wenn diese Völker ihren Angriff starteten, ist auf diesen Brauch zurückzuführen. Diese besonderen Ausrufe bildeten die walisischen Ubub, die irischen Ullulu (analog dem griechischen Eleleu und dem biblischen Alleluja !) sowie die caledonischen Cathgairm oder Slogans. Eine Gruppe von Kriegern benutzte oft ihren eigenen Namen als Schlachtruf. Eines der kimbrischen Völker, das bei der Invasion Italiens auf diese Weise voranschritt, sang: Ambrones! Ambrones! und die Schotten riefen im Standartenkrieg von 1138: Albani! Albani!

Anführernamen schien man für Schlachtrufe gern zu nehmen. Sie wurden entweder allein gebraucht, wie bei „a Douglas! A Douglas!“ oder „a Gordon! A Gordon!” oder auf dem Kontinent auch zusammen mit Bezeichnungen wie „Hainault the valiant! (Hainault der Heldenhafte!) Milan the Noble! (Milan der Edle!) usw. Einige wiederum hatten antreibende Ausdrücke wie „Avant Darnly (Vorwärts Darnly)“ der Dukes of Lennox. Schlachtrufe bezogen sich oft auf das Wappensymbol. Manche Frommen riefen ihren Schutzpatron an, und viele verwendeten im Kriegsfall eigene, besondere Ausrufe.

Unter den schottischen Schlachtrufen gibt es die der Buchannan: „Clareinnis,“ eine Insel im Loch Lomond; – Campbell: „Ben Cruachan,“ ein bedeutender Berg in Argyle; - Farquharson: „Cairn na cuimhne,“ Felsen des Gedächtnisses, in Strathdee; - Fraser: ursprünglich: „Morfhaich,“ danach „Castle Downie,“ der Familiensitz; - Grant: „Craig Elachaidh,“ der Fels der Warnung, von denen es zwei gibt in Strathspey. Die Division dieses Stammes, genannt Clan Chirin, hat genaugenommen „Craig Ravoch,“ an das sie „stand sure“ anhängten, die anderen sagen „stand fast.“ – Mac Donald: „Fraoch eilan,“ die Heideinsel („Craig an Fhithich,“ der Rabenfelsen, ist der Slogan derer, die sich MacDonel nennen.) – MacFarlane; „Loch Sloidh,“ – MacGregor: „Ard choille, (Ard Challich, Chalmers)“ der Hochwald; - MacIntosh: „Lochmoy,“ ein See nahe des Sitzes des Chief, in Inverness-shire. Mackenzie: „Tulach ard,“ ein Berg nahe Castle Donnan, der ursprünglichen Festung des Clans; - MacPherson: „Creag dhubh chloinn Chatain,“ Siegel des gegenwärtigen Chiefs; - Munro: „Casteal Fulis na theinn,“ Castle Foulis in Gefahr; - Forbes: ursprünglich „Loanach,“ ein Hügel in Strathdon; - Clan Rannald: „A dh’aindeoin cotheireadh e!“ ungeachtet allen Widerstandes.

WARNRUFE

Auch die Clans der Borders und diejenigen, die heute zu den Lowlands gerechnet werden, hatten ihre Slogans. Die Maxwells riefen: „I bid ye bide ward law,“ was die Versammlung des Clans auf dem Treffpunkt bedeutet; und die Logans versammelten sich beim Ruf „Lesterick low.“ Die Schotten von Buccleuch hatten „Ale muir,“ – die Johnstones: „Light thieves all;“ - die Mercers of Aldie: „The gryt pool,“ - Hepburn: „Bide me fair,“ – Seton: „Set on,“ – Cranston: „A Henwoodie,“ etc. Bestimmte Gebiete hatten ihre eigenen Treffpunkte, deren Namen als Alarmruf dienten. Die Bewohner von Glen-livet in Banffshire hatten „Bochail“, einen wohlbekannten Hügel. Wo keltische Stätten vorherrschten, bevorzugte man deren Namen als Schlachtruf, was nicht nur auf die Zeit der Musterung beschränkt war, sondern auch im Krieg als Erkennungszeichen und Warnruf diente.

Die Franzosen hatten ursprünglich „Monte joye, St. Denis,“ was von „Tue! Tue!“ abgelöst wurde. Die schottischen Könige benutzten als allgemeinen Ausruf „St. Andrew.“ Die alten Iren hatten „Farrah! Farrah!“ das von farrach, Gewalt, abgeleitet wird, aber eher „Faire!“ Sei wachsam, entspricht. Bei den Gälen dieses Landes war es gebräuchlich, die Interjektion (Ausruf) bus oder abu den einzelnen Schlachtrufen hinzuzufügen, von der es heißt, sie wäre gleichbedeutend mit „Angelegenheit“ oder „Sache“, z.B. Butler abu = die Sache Butlers. Diese Interpretation fußt auf der gleichen Ignoranz des Gälischen, wie wir es bei der Interpretation des Schlachtrufs der Earls of Kildare, heute des Duke of Leinster, sehen können, der vom Anglo-irischen Parlament schon so oft als Parole der Rebellion verurteilt worden ist. Crom-aboo heißt übersetzt „Ich brenne“; und es ist Cuirambuaidh, das zu deutsch „Ich werde den Sieg erringen“ bedeutet. Die O’Neals hatten „Lamh dearg, abu,“ die rote Hand zum Sieg! – O’Briens, MacCarthys und Fitz Maurices: „Lamh-laider abu,“ die starke Siegeshand; - O’Carrol: „Shuat-abu,“ Steh auf zum Siegen; - O’Sullivan: „Fustina stelli abu, (Fostadh steille),“ tapfer sichern wir uns den Sieg; - Clanriccard: (the Bourks) „Galriagh-abu“ Sieg dem roten Engländer: vom zweiten Earl of Ulster, Richard de Burgo, genannt „der Rote“; - Earls of Desmond: „Shannet-abu“; - MacGilpatrick: „Gearlaider-abu,“ Mache es kurz mit dem Sieg; - MacSwein: „Battalia-abu“, das edle Battalion, siegreich; nach der Streitaxt, die sie im Wappen tragen; - The Knigt of Kerry: „Farreboy-abu!“, der gelbhaarige Mann – Sieg!; - Fleming: „Teine-ar aghein-abu“, Feuer an die Bombe – Sieg!; - Hiffernan: „Ceart na suas abu“ Recht und Sieg von oben; - Hussey: „Cordereagh-abu“, Hand in Hand zum Sieg.

Schlachtrufe wurden ursprünglich nur von Prinzen oder Kommandeuren benutzt. Sie wurden auf Turnieren von den Herolden verkündet und wurden die Mottos der Familien. Einer der ältesten überlieferten Schlachtrufe ist der des Gaul MacMorn: „Der Erste, der kommt, und der Letzte, der geht.“

Der Einfluss des alten Versammlungsrufes ist im Norden Schottlands immer noch sehr stark. Der Ausruf „Cairn na cuimne!“ genügt schon, um Männer aus Deeside herbeizurufen, damit sie ihren Freunden bei Raufereien auf Märkten oder an anderen Orten beistehen. (42)

Ein Freund erzählte mir, dass er einmal durch das Hügelland von Moray zog und plötzlich den Ruf „Craig elachie, stand fast!“ hörte, worauf er verfolgen konnte, wie eine Menge Leute einem bestimmten Punkt zuströmten. Auf seine Nachfrage hin erfuhr er, dass in der Nähe ein Volksfest abgehalten wurde, auf dem die Grants mit ihren Nachbarn in Streit geraten waren.

ERSTE WAFFEN DES MENSCHEN

Man fand heraus, dass die primitivsten Völker dazu in der Lage waren, grobe Waffen herzustellen, um damit Wild für den Lebensunterhalt zu erlegen oder sich damit gegen die Angriffe wilder Tiere zu schützen. Durch die Notwendigkeit, sich auch gegen die Angriffe der Nachbarstämme verteidigen zu müssen, wurde auf die Formgebung der Angriffs- und Verteidigungswaffen sehr viel Wert gelegt. Als die Menschheit in ihrer Zivilisation fortschritt, erhöhte sich auch ihr Erfindungsreichtum und Können in den Handwerkskünsten, sowohl in denen für die alltäglichen Dinge, wie auch auf künstlerischem Gebiet; doch erlangten die Völker eher Fertigkeit in der Konstruktion von Kriegsgerät, als von zivilem. In den Armeen der Völker, die über die ersten Entwicklungsstufen noch nicht hinaus sind, muss sich jeder mit solchen Waffen versorgen, die er sich am leichtesten beschaffen kann; im Notfall werden Alltagsgegenstände zu Waffen umfunktioniert.

SCHLEUDERN

Eine einfache, schnell einsatzbereite und manchmal auch effektive Art des Angriffs, ist das Werfen von Steinen mit der Hand, eine Methode, die von den keltischen Völkern sehr oft angewandt wurde, die zahlreiche, mit Steinen bewaffnete Truppen hatten. Viele Darstellungen dieser Völker auf römischen Denkmälern zeigen diese Krieger, wie sie zahlreiche Steine in den weiten Falten ihrer großen Umhänge tragen, und Ammianus berichtet über ihre heftigen und zerstörerischen Überfälle. Von Tacitus erfahren wir, dass die Germanen manchmal Bleikugeln als Wurfgeschosse verwendeten. Runde Steine in Eiform, sowie einige größere in derselben runden Form, wurden in Frankreich gefunden, von denen man annimmt, dass sie den Ureinwohnern als Wurfgeschosse dienten.  (43)

Die Iren behielten diese Kampftechnik noch bis in verhältnismäßig jüngere Zeit bei, und Cambrensis berichtet, dass sie außerordentlich geschickt darin waren.

Man warf die Steine aber nicht nur von Hand, sondern verwendete auch Schleudern. Die Bewohner der Balearen, ebenfalls von keltischer Herkunft, waren die berühmtesten Anwender der Schleuder in der Antike, und man glaubt, dass sie ihren Namen aufgrund dieser Berühmtheit erhielten. Sie trugen drei Schleudern: eine um den Kopf gebundene, eine um die Taille befestigte und eine, die in der Hand gehalten wurde. Sie waren Meisterschützen und konnten Steine von 1,5 kg Gewicht über eine große Distanz schleudern. Die auf den antiken Denkmälern dargestellten Schleudern sind in der Mitte verflochten oder gefaltet und dort beträchtlich dicker als an den Enden. „Cliar“, heute als Bezeichnung für einen tapferen Mann verwendet, war die alte gälische Bezeichnung für eine Schleuder, die heute „Tabhal“ heißt. In der Schlacht von Largs im Jahre 1263 führten die Schotten einen heftigen Angriff mit Steinen und Wurfspeeren. Die britischen Stämme verwendeten eine Schleuder mit einem Holzschaft, wie jene, die später bei den Sachsen Verwendung fand, und die crann tabhuil hieß, die Stabschleuder. Das Relief am Beginn von Kapitel 1, zusammengestellt aus Figuren der Trajansäule, zeigt die keltischen Steinewerfer beim Handwurf und mit der Schleuder.

KNÜPPEL

Der Knüppel ist ein weiteres, einfaches Tötungsinstrument. Wenn es notwendig war, bedienten sich die Krieger allem, was auch als Waffe benutzbar war, und diejenigen, die nichts besseres finden konnten, rüsteten sich stets mit einem starken Knüppel aus. Drei- bis vierhundert Mann der königlichen Armee zogen in die Schlacht von Edgehill, mit nichts anderem bewaffnet als mit Keulen. Als die Highlander sich Prince Charles anschlossen und bei Gladsmuir kämpften, ja sogar noch in der Zeit dananch, besaßen viele keine bessere Waffe, doch

 „Mit schweren Keulen aus guter Eiche,

gelobten sie zu töten bei jedem Schlag.“

Die Gallier kämpften auch noch lange nach ihrer Unterjochung mit dieser Waffe, und auf verschiedenen Überbleibseln römischer Architektur sieht man Personen dieser Völker, wie sie kräftige Waffen schwingen, schwere, knorrige Keulen. (Ein Knüppel ist keineswegs eine zu unterschätzende Waffe. Wir lesen sogar von verzweifelten Kämpfen mit Zähnen und Fingernägeln!)

Die Aestii, einer der gallischen Stämme, hatten kaum irgendwelche eiserne Waffen, sondern kämpften hauptsächlich mit Knüppeln, die sie im Feuer härteten. Bei Ausgrabungen in Frankreich entdeckte man, dass sie kurz, dick und manchmal mit Metall besetzt waren. Der hier dargestellte Knüppel der alten Briten war vierkantig, lief zum Ende hin dick aus und hieß Cut. Die von Major beschriebene „Jedworth staff“ war den tapferen Einwohnern der gleichnamigen Grenzstadt eine dienstbare Waffe.

Tacitus schrieb, dass die Catti, nebst ihren anderen Waffen, bestimmte eiserne Gegenstände mit sich führten.

Die Waffen der alten Kelten und der britischen Stämme fand man in Gräbern zusammen mit den sterblichen Überresten ihres Besitzers oder wurden auf dem Gelände ehemaliger keltischer Festungen ausgegraben. Oft ist die Entdeckung der verdiente Lohn für die anstrengende Suche des begeisterten Altertumssammlers; und nicht selten werden sie durch den Pflug oder Spaten eines fleißigen Bauern zu Tage gefördert.

Die ersten Werkzeuge des noch unkultivierten Menschen waren aus Stein gefertigt, einem material, dass oft mit der größten Sorgfalt in die passende Form gebracht wurde.

Die einfachen, manchmal groben, aber oft sehr einfallsreich konstruierten Waffen der ursprünglichen Kelten finden sich in allen Ländern, die sie bewohnten; und gemeinsam mit den steinernen wurden auch Gegenstände aus Knochen entdeckt, in einigen Fällen durchlöchert und offensichtlich für Kriegszwecke verwendet.