Vinaora Nivo Slider Schottische Tradition

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DER GEBRAUCH DES SCHILDES

Die Kelten taten alles auf feierliche, ernste und ganz besondere Weise. Es scheint ein Privileg des Kriegsherren gewesen zu sein, „zu bestimmten Zeiten auf sein Schild zu schlagen,“ und auch die Krieger schienen dies gelegentlich zu tun, „wenn ihr Zorn entbrannte,“ entweder um ihren Zorn am Leben zu halten oder als Zeichen für ihre Bereitschaft zum Wettkampf und ihre Angst davor. Es war auch Sitte, zumindest im Krieg, dadurch den Häuptling zu wecken. Ich kann mir dennoch nicht vorstellen, wie der erzeugte Klang laut genug sein konnte, um von der gesamten Armee gehört zu werden, wie es von den Poeten besagt wird, auch wenn sie aus sehr klingendem Material gefertigt waren; auch erscheint eine solche Art und Weise der militärischen Befehlsgabe dort unnötig, wo es für den gleichen Zweck Signalhörner gab. (40)

Ein Volk, das in der Lage war, auch andere sinnreiche Teile seiner militärischen Ausrüstung herzustellen, konnte natürlich auch einen eisernen Schild ersinnen, mit der Fähigkeit, einen bestimmten Ton zu produzieren; doch der außergewöhnliche Effekt, der dem lauten Klang dieser Schilde beiwohnen sollte, kann man nur der dichterischen Ausschmückung zuschreiben.

Der Schild des Cathmor, einem irischen Häuptling, wie er im siebten Buch des Temora beschrieben ist, erscheint zu kunstvoll für die einfache Stufe, auf der sich die Kunst zu jener Zeit befand. Er wies sieben Halbkugeln auf, von denen jede mit einem Stern verziert war, die ein Sternbild ergaben (der Schild des Achilles war gleichfalls mit Himmelssymbolen verziert), und übermittelte durch seinen Klang einen besonderen Befehl des Königs. Natürlich wäre ich nun geneigt, die Existenz eines solchen einzigartigen Gegenstandes anzuzweifeln, wüssten wir nicht von Ausgrabungen her, dass die Halbkugeln manchmal aus Silber oder anderem Metall waren, von raffinierter Ausführung. Sollte man nicht versuchen, für jene traditionellen Geschichten vernünftige Erklärungen zu finden? Metallschilde waren bei diesen Stämmen nur in begrenzter Zahl in Gebrauch und auch nur auf den Häuptling beschränkt, woraus Ausdrücke wie „Könige der blauen Schilde“ etc. hervorgingen. Der Schild des Fingal war ganz klar ein solcher, wobei folgende Passage einen klaren Einblick gibt, wie diese seltsame Sitte gehandhabt wurde. „An zwei Speeren hing der Schild; das schimmernde Zeichen des Todes: der Schild, den er schlagen wollte, in der Nacht, bevor er in den Krieg zog. Dann wussten seine Krieger, dass der König in die Schlacht begleitet werden sollte, da dieser Schild nur dann gehört wurde, wenn Fingals Zorn entbrannte.“ Dieser Schild, entweder aus Metall oder mit Metall beschlagen, war eine einfachere Konstruktion als die des Cathmor.

Der für diese Schilde gebrauchte Ausdruck „bossy“ (gebuckelt), bezeichnete die kleinen konvexen Platten oder Halbkugeln (Buckel), mit denen sie verziert waren. Einige waren zweifelsohne mit überragender Raffinesse gefertigt und mit mehreren dieser Buckel in Segmente eingeteilt; ein Anblasen einer dieser Buckel könnte die Methode gewesen sein, mit der die Befehle des Königs der Armee mitgeteilt wurden. Dies verträgt sich perfekt mit den symbolischen und figürlichen Gepflogenheiten der keltischen Rasse; und diese Methode war nicht so fremdartig, wie es zu Anfang schien.

Die sieben Buckel auf Cathmores Schild waren „die sieben Stimmen des Königs, die seine Krieger vom Wind erhielten und die all seinen Stämmen kundgetan wurden.“ Hier erzählt man uns nicht, dass der Ton eines bestimmten Buckels, auf den er schlug, so laut war, dass er von der ganzen Armee gehört wurde, sondern die verschiedenen Clans wurden durch die Krieger informiert. In obenstehendem Auszug lesen wir auch, dass es nur die Krieger waren, entweder die gewöhnlichen oder die ranghöheren, die wussten, wann die Schlacht zu beginnen hatte.

Weiter lässt sich dazu bemerken , dass der König von Morven eines Nachts auf seinen Schild trommelte, worauf ein großer Teil seines Heeres aufwachte und es für das Signal zur Bewaffnung hielt, wobei wir, aufgrund gleichlautender anderer Passagen, davon ausgehen müssen, dass es sich so abgespielt hatte. Da sie jedoch keine weiteren Anweisungen erhielten, kegten sie sich wieder schlafen. Man kann unmöglich glauben, dass diese Schilde so laut waren, wie es uns der Barde in seiner dichterischen Freiheit zu verstehen gegeben hat; und auch wenn die Buckel auf Cathmores Schild wie Glocken läuteten, liefe die Armee trotzdem Gefahr, die Bedeutung zu missverstehen; wenn aber der König durch eine bestimmte Anzahl Schläge auf einen bestimmten Buckel ein festgelegtes Signal übermittelte, zogen sich seine Krieger oder Gefolgsleute entweder zurück oder überbrachten seine Befehle den einzelnen Clans. Der Schild war das einzige Ausrüstungsteil des Kriegers, das dazu geeignet war, die Beschlüsse des Häuptlings bekanntzugeben; und, so wie der Schild des Cathmor sich von dem des Fingal unterschied, hatte vielleicht auch jeder Stamm seine eigenen Signale.

Der König ist der Beschützer seines Volkes, und der Schild, als Körperschutz gebraucht, bekundete seine Präsenz, indem er immer am Körper getragen wurde. Der Schild wurde auch im übertragenen Sinne gebraucht, um die erfüllte Verteidigung zu bekunden, indem er im Falle eines Sieges von einem Barden vor der Armee her getragen wurde, wie wir in einem gälischen Gedicht lesen, das von der Zeit der caledonischen Barden handelt. Auch diejenigen, die Beistand suchten, trugen ein Schild vor sich her, der aber mit Blut bedeckt war, wenn sie den Tod ihrer Freunde oder ihres Beschützers beklagten.

Die Verwendung des Schildes als Gedenktafel, auf der Ruhm und Erinnerung an Helden und ihre Vorfahren verewigt wurden, ist nicht die älteste. Der Ursprung des Wappens geht wahrscheinlich mehr auf den Brauch zurück, die Absichten und Entschlüsse der verfeindeten Parteien darzustellen. Wenn die damaligen Krieger die Felle und andere Teile der von ihnen getöteten Tiere trugen, oder sich mit den Beutestücken ihrer besiegten Feinde schmückten, taten sie dies zur Einschüchterung, wodurch sie nicht nur ihre Macht und Gewalt demonstrierten, sondern auch ihre Tapferkeit dadurch erhöhten. Völker wie Einzelpersonen haben häufig bestimmte Symbole übernommen und trugen sie auf ihren Schilden oder Flaggen, um anderen die Absichten zu präsentieren, aus denen sie angegriffen wurden. (41)

Die eigentliche Bedeutung des Wortes Herold ist Vorkämpfer einer Armee; und den Krieg zu verkünden ist immer noch seine Aufgabe. Die Barden waren die Herolde der Kelten, und sie trugen genauso die Schilde der Häuptlinge, wie der Herold späterer Zeiten das Wappen seines Landes oder Herrn trug.