Vinaora Nivo Slider Schottische Tradition

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KELTISCHE SCHILDE

The scottish gael by James LoganLaut Strabo und Virgil war der Schild der Gallier in der Regel länglich geformt, wie auch das der Ligurier. Auf Skulpturen erkennen wir die Germanen mit einem großen ovalen Schild. Tacitus gibt ihn ebenfalls als groß an, aber an die Größe des Trägers angepasst. Auf Abbildungen in Cluverius’ Werk ersehen wir, dass er anfangs aus rauer Wolle oder Baumrinde geformt war, die manchmal noch die natürliche Rundung aufwies, andererseits aber auch flach sein konnte, und er fast Körpergröße aufwies; in einigen Beispielen erscheint er aus Stroh oder Binsen gemacht und erinnert irgendwie an das Flechtwerk eines Bienenkorbes.

Dennoch scheint der bevorzugte Schild der Kelten ein kleiner Rundschild gewesen zu sein; und wie Schöpflin bemerkt, wurden in Deutschland Reste eines solchen ausgegraben. Einige der Keltiberer verwendeten den leichten Schild der Gallier, andere dagegen trugen große runde Schilde, doch Polybius berichtet, dass sie bei Cannae beide Arten trugen, die er als schwach bezeichnete. Der römische Schild war anfangs viereckig, aber in den Kriegen mit den Thyrenern übernahm ein gallischer Stamm von ihnen die runde Schildform. Unter den Beutestücken aus Thermopylae, wo die Gallier keine andere Verteidigungswaffe hatten, befanden sich auch solche Schilde, die im Apollotempel von Delphos gelagert waren, und die Pausanias als den persischen ähnlich beschreibt, die Gerrha genannt wurden. Jene Kelten nannten sie thureoi oder thyreos; die Waliser nennen sie immer noch tarian und die Franzosen behielten die Bezeichnung thiros. Im gälischen wird tearmun (Schutz oder Verteidigung) auf einen Schild angewandt, genauso targaid, wovon das sächsische targa und das englische target abstammt, aber die gewöhnliche Bezeichnung ist agiath und wird auf ein Schild mit der Form eines Flügels angewandt, welcher durch das gleiche Wort bezeichnet wird. Die ältesten und meist verbreiteten Schilde der Caledonier bestanden wahrscheinlich aus geflochtenen Zweigen, mit Leder bespannt. Im Gedicht des Cathula heißt es, dass ein Schwert durch den Falz eines Schildes fuhr; und in Duthona wird der junge Oscar mit einem Schild aus geflochtenem Schilfrohr dargestellt. Cäsar sagt von den Aduatici, welche die Gemarkung um Douay einnahmen, dass sie Schilde aus Weide besaßen, die mit widerstandsfähigem Leder überzogen waren, während Tacitus die Schilde der Germanen als aus Korbgeflecht oder Holz beschreibt, die aber selten in Verbund mit Leder oder Eisen gefertigt waren, wie die der Römer. Zur Zeit Spencers trugen die Scoten aus Ulster lange Weidenschilde, die bei den südlichen Stämmen fast unbekannt waren.

Lucan berichtet, dass die Keltiberer kleine Schilde namens Cetra benutzten, die später von den Römern übernommen wurden. Ich finde, dass das gälische C’etra, was soviel bedeutet wie „dazwischen liegen, dazwischen treten“, für einen Schild sehr zutreffend ist. Die Lusitanier trugen Schilde mit einer eigentümlichen Form, ähnlich einem Halbmond, die aus Tiersehnen bestanden, die so fest miteinander verwoben waren, dass sie an Leichtigkeit und Stärke nicht mehr übertroffen werden konnten. Wurden sie dazu mit bewundernswertem Geschick gehandhabt und flink herumgewirbelt, war es kaum möglich, den Träger zu verletzen. Sie wurden Peltae genannt, und vier Stück befinden sich im Wappen der Vesontes, in der Abbildung. Bei den Etruskern war er rund und nicht am Arm befestigt, sondern wurde mit der Hand in der Mitte gehalten.

Laut Herodian war der Schild der alten Caledonier rechteckig, ähnlich demjenigen, der Cluverius den kontinentalen Kelten zuschreibt; doch zahlreiche Ausgrabungen beweisen, dass dies nicht die einzige Form war, falls sie überhaupt verbreitet gewesen war. Dr. Meyrick stellte in der Tat kürzlich in der Society of Antiquaries ein seltsames Überbleibsel eines solchen Schildes aus, aber der original britische Schild war kreisförmig. Die Figur der Britannia auf römischen Münzen ist mit einem solchen dargestellt, das wahrscheinlich die Größe der Schilde hat, die von den Highlandern, in der Zeit ihrer Unabhängigkeit, auch weiterhin getragen wurden. Die Barden sprechen immer nur von einer runden Form, ähnlich derjenigen, die im letzten Jahrhundert (17. Jh.) gebraucht wurde, wobei die poetischen Ausdrücke „dunkelbraun“ und „Schild aus Lederriemen“ auf die lederne Bespannung anspielen. Der Targaid der schottischen Highlander war immer rund und bestand aus ein oder zwei dünnen Holzbrettern, die mit ein bis zwei Lagen dicken Leders bespannt waren, welches mit zahlreichen Nägeln befestigt war, die gewöhnlich aus Messing, oft aber auch aus Eisen und manchmal aus Silber waren, je nach den Lebensverhältnissen des Einzelnen. Diese Nägel oder Knöpfe dienten zur Verstärkung des Schildes und waren als Zierrat darauf angebracht, wodurch sie, mit Hilfe der unterschiedlichen Materialien aus denen sie bestanden, gepanzerte Symbole und Muster formten. Der gebräuchlichste Stil war die Anordnung in konzentrischen Kreisen, was einen gefälligen und prächtigen Anblick bot. Der Schild in nebenstehender Abbildung befindet sich im Tower von London und hat einen Durchmesser von ca. 50 cm. Derjenige in der Vignette über der Kapitelüberschrift auf Seite 185 stammt aus einem Porträt eines Highland-Edelmannes aus dem Trius, der in Besitz von Mr. Donald Currie, Regent street, ist. Die kreisförmige Anordnung der Nägel ist einzigartig, denn ein Bronzeschild von fast der gleichen Größe, dass in Cardiganshire gefunden wurde und in Dr. Meyricks ausgezeichneter Geschichte dieses Bezirks dargestellt ist, weist sechzehn erhaben ausgeführte Kreislinien aus Rundkopfnägeln auf, die genau den Nägeln auf den Schilden der Highlander gleichen. Es ist schwer zu sagen, ob der Metallschild eine Nachbildung des hölzernen war oder umgekehrt. Wie auch der schottische Schild wurde das seltsame Relikt mit einem Handgriff getragen, der auf der Rückseite über den Umbo ( eine hohle Halbkugel) verlief, der Platz für die Hand ließ. In vielen Fällen wurden diese aus Eisen oder Bronze gefertigten Teile noch ausgegraben, während das sie umgebende Schild schon längst verrottet war. Diese Ausführung des Schildes war in allen nördlichen Ländern verbreitet. (39)

Der kleine runde, mit Leder bezogene Schild, der sowohl unter den Schotten wie auch unter den Iren verbreitet war, wurde von den Highlandern beibehalten, und diese vermögen ihn mit ausgezeichneter Geschicklichkeit zu führen. Schon im 1. Jh. lösten ihre Vorfahren Bewunderung aus, durch die Gewandheit mit der sie die Schilde benutzten, um die Geschosse der römischen Armee abzuwehren. Der einhändige Griff in der Mitte des Schildes ermöglichte dem Träger eine gute Handhabung. Der Schild hatte eine so große Wichtigkeit, dass in der letzten unglücklichen Rebellion, nach der Schlacht von Preston Pans, es die größte Sorge war, der Armee eine genügend große Anzahl davon zur Verfügung zu stellen. Indem sie die Bajonettspitzen mit dem Schild abfingen, konnten sie gleichzeitig mit ihrem Schwert den Feind attackieren, der bei dieser Form des Angriffs fast keine Verteidigung hatte. Aber das war noch nicht alles: Der Schild hatte oft eine Spitze in der Mitte, und zudem waren die Kämpfer daran gewöhnt, den Dirk mit sich zu führen, was eine doppelte Bewaffnung war. „Wenn sie in Reichweite der feindlichen Bajonette ihr linkes Knie beugten, bedeckten sie in dieser Haltung ihren Körper mit dem Schild, das den Stoß der Bajonette abfing, während sie zu gleicher Zeit ihren Arm mit dem Schwert erhoben und auf ihren Gegner einschlugen. Ist man einmal unter die Bajonette geraten, entscheidet sich der Ausgang der Schlacht in einem Augenblick, und das Blutbad folgt; die Highlander töten zwei Männer gleichzeitig, einen mit dem Dirk in der linken Hand und den anderen mit dem Schwert.“ Das sind die Worte von einem, der an dieser Schlacht teilgenommen hatte, und es deshalb auch gut beurteilen kann. Diese überlegene Taktik erforderte in der Zeit der Rebellion eine erhöhte Aufmerksamkeit, und es wurden viele Pläne entworfen, wie man es den regulären Truppen ermöglichen könnte, dem wütenden Angriff der Highlander zu widerstehen.

Gewöhnlich hing der Schild über der rechten Schulter, und beim Marschieren wurde er manchmal auch am Arm getragen: doch trug man ihn nur in der eigentlichen Schlacht. Bei den Germanen galt es als größte Schande, im Krieg seinen Schild zu verlieren oder im Stich zu lassen. Wer dies tat, dem wurde die Teilnahme an Opferzeremonien und öffentlichen Versammlungen verwehrt; und viele, die das Pech hatten, dieses Ausrüstungsteil zu verlieren, erhängten sich, damit sie sich die Schande ersparten, in diesem unwürdigen Zustand aufzutauchen. Die Gälen trieben es damit nicht so weit, nur die Highlander waren nicht dazu bereit, sich von ihrem Schild zu trennen:

„Whose brazen studds and tough bull hide,

Had death so often dashed aside.”

(“Seine bronzenen Nägel und das raue Leder

haben so oft den Tod schon vertrieben“)

Der Schild der keltischen Häuptlinge war oft aus Metall, oder wie der obenstehende, mit Metall beschlagen. Ein runder Eisenschild, ca. 10kg schwer, wird noch auf Dunvegan Castle auf Sky aufbewahrt. Das Schild des Earl of Mar in der Abbildung ist aus Stahl, mit Verzierungen aus Gold.

Der Schild wurde auch manchmal mit halbkugeligen Erhebungen versehen, auf gälisch copan, mit denen man, da sie hohl waren, Geräusche erzeugen konnte. Darüber hinaus diente er den alten Caledoniern noch zu weiteren wichtigen Zwecken. Der Schild wurde entweder an einen Baum oder zwischen Lanzen gehängt, nahe dem König oder dem Kommandeur einer Armee, auf See hing er an einem Mast, „das traurige Zeichen des Krieges,“ und wenn er mit einem Speer geschlagen wurde, war dies das Zeichen für das Zusammenziehen der Armee oder die Vorbereitung auf eine unmittelbar bevorstehende Schlacht. Deshalb wurde er auch poetisch u. a. „der Alarmschild“ genannt.