Vinaora Nivo Slider Schottische Tradition

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KETTENHEMDEN UND HELME DER KELTENVÖLKER

Es ist auch angemessen, den Galliern die Ehre der Erfindung des Kettenhemdes zuzugestehen, das, laut Varro zuerst aus Leder gemacht war und den Namen Lorica erhielt. Auf gälisch hieß es luirich und war die übliche Bekleidung der Rüstung tragenden Schotten und Iren, da ihnen Blech noch weitgehend unbekannt war; es schien auch in beträchtlicher Länge getragen worden zu sein. „Die Rüstung, mit der sie in Kriegszeiten ihre Körper bedeckten,“ besagt die alte oben zitierte Chronik, „ist ein eisernes Bonnet und ein Kettenhemd, das fast bis zu den Knöcheln reichte.“ In ganz Schottland wurde hauptsächlich die jaque de maill getragen, so ein französischer Autor, der sie im 16. Jh. beschrieb; und auch derjenige, der Holinshed die Darstellung Schottlands lieferte, schien sie zu bevorzugen, da er bedauerte, dass seine Landsleute schwere Rüstung tragen sollten. Die irischen Truppen des 17. Jh. in ihrer vollen Rüstung trugen Kettenhemden, die bis zu den Waden reichten und manchmal aus Leder gemacht waren, das mit Eisennägeln besetzt war. Auch hatten sie schussfeste Gürtel.

Die Cimbri (ein Stamm, der ehemals Jütland bewohnte) trugen eiserne Brustpanzer; und laut Diodorus hatten einige Gälen eine Art Cuirass (meist lederne Rüstung aus Brust- und Rückenteil) aus dem gleichen Metall, bestehend aus Metallringen oder –haken, ähnlich dem Kettenhemd, wie manche glauben. Sie trugen auch eine Art Weidengeflecht unter ihren Westen.

Helme waren wie es scheint mehr bei den Galliern verbreitet als bei den Germanen, die auf verschiedenen Skulpturen mit einem Stück um den Kopf gebundenen Stoffes dargestellt sind. Die Form und die Verzierung der Helme bot den Kelten die günstige Gelegenheit, ihrer Leidenschaft am Verzieren zu frönen.

Bei den keltischen Stämmen der Lusitanier, Keltiberer und deren Verwandten waren die Helme aus Bronze. Der Formgeber befestigte daran oft noch hornähnliche Teile oder die Flügel des Merkurs aus dem gleichen Metall oder verschönerte sie mit Darstellungen von Vögeln und anderen Tieren. Die Stämme in Spanien und Portugal befestigten an den Helmen rote Federbüsche, die wahrscheinlich aus Pferdehaar waren, wogegen die Cimbri ihre Helme wie die Pranken und Mäuler wilder Tiere formten, die sie ferner noch mit Federn verzierten, die wie Flügel wirkten und von erstaunlicher Größe waren. Chonodomarius, ein gefeierter Held, wird auf einem Pferd sitzend beschrieben, in glitzernder Rüstung und mit einem flammenfarbigen Kranz oder ebensolchen Quasten an seinem Helm.

In obenstehender Abbildung stammen die beiden Helme rechts von den Skulpturen auf der Kirche Notre Dame, Paris; derjenige oben links stammt aus Dr. Meyricks Werk über die Rüstung, so wie er in der Vignette dargestellt ist; der darunter stammt aus einem Stich in Montfaucons Altertümern; und derjenige in der Mitte von einem Germanen auf der Antoniussäule.

Die Massageten verzierten ihre Helme und Brustpanzer mit Gold. Die Thraker trugen zur Zeit Xerxes Kappen aus Fuchsfell. Wahrscheinlich hatten die alten Caledonier eine Kopfbedeckung aus ähnlichem Material; der kleine Oskar, in Smiths Version des „Cathula,“ ist mit einem kleinen Helm aus Rehkitzfell dargestellt.

Ein Helm namens claogaid, wörtlich: die Spitze, oder der – ceann-bheart, eine Kopfbedeckung, werden von den alten Barden als nicht unüblich bei den Gälen erwähnt; und aus diesen Quellen ersehen wir auch, dass sie mit Adlerfedern besetzt waren, wahrscheinlich mit der ganzen Schwinge, durch die Ossian einen irischen Chief erkannt haben soll, da sie ein Erkennungsmerkmal war, wie wir auch Helden immer mit der „grauen Feder“ geschmückt sehen. (38)

Wir müssen das Privileg der historischen Dichter berücksichtigen, ihren Darstellungen mit nationaler Metaphorik auszuschmücken, indem jeder Beteiligte ein Held, wenn nicht gar ein cean-tigh (Hausherr oder Chieftain) ist und folglich dazu berechtigt, einen Helm und das entsprechende Crest zu tragen. Ob metallene Helme in Caledonien zur Zeit der Fingal-Dynastie sehr verbreitet waren, darf bezweifelt werden; aber die Adlerfeder war schon immer das Kennzeichen der Hochland-Edelleute.

Eine enganliegende, randlose Kappe schützte noch vor nicht allzu langer Zeit den Kopf des Cheiftain und wurde auch niemals unter dem Rang eines Galloglach getragen. Bei den Iren diente die Glib aus verfilzten Haaren als Helm, doch gebrauchten sie auch Kopfbedeckungen, die mit Leder bezogen waren. Die Schotten tragen schon lange Rüstung, wenn auch schlechte. Im Battle of the Standard hatte die Infanterie nichts anderes zur Verteidigung zu bieten als einen Lederschild.