Vinaora Nivo Slider Schottische Tradition

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HEMDEN - LEINEN

Die Hemden der Highlander waren früher aus Wolle, wodurch Rheumatismus und andere Beschwerden wenig bekannt waren. Obwohl Leinen nicht sehr oft in Gebrauch war, galt es aber auch nicht als selten; und den Aufwand, den die Gälen mit ihren Hemden trieben, war erstaunlich. Das Lenicroich, oder große Hemd, das Personen von Rang trugen, war safrangelb gefärbt und beinhaltete vierundzwanzig Ellen Stoff. Von den Iren heißt es, dass sie mehr als dreißig Meter Stoff für dieses Kleidungsstück brauchten, was eine so teure Mode war, dass Heinrich VIII. ein Gesetz erließ, das unter strenger Strafe verbot, mehr als sieben Meter Stoff in einem solchen Hemd zu verarbeiten. Damals wurden große Mengen an Leinenstoff hergestellt, um die Nachfrage nach diesen Kleidungsstücken zu befriedigen. Der Lenicroich wurde in der Körpermitte mit einem Gürtel gehalten und reichte bis über die Knie, dabei wurde er in Falten zusammengelegt wie der Breacan, doch nicht, wie der Name vermuten lässt, unter der anderen Kleidung getragen, sondern darüber. Bei Spencer lesen wir, dass er von beiden Geschlechtern getragen wurde, und wie Riche beschreibt, trugen ihn die Frauen mit großen Puffärmeln. Campion sagt: „Leinenhemden werden von den Reichen aus Protzerei getragen und dreißig Meter Stoff sind für ein solches gerade genug. Jetzt haben sie ihre safrangelbe Farbe verloren und die Leute lernen, ihre Hemden vier- bis fünfmal im Jahr zu waschen.“

Die Kelten hatten in sehr früher Zeit Berühmtheit für ihren Flachsanbau und das Leinenweben erlangt. Die Iberer von Tarragona zeichneten sich durch seine Feinheit aus, und die Armee von Cannae war in purpurne Leinenhemden gekleidet, die nach der Art und Weise ihres Landes hergestellt waren.

Der Gebrauch von Leinen schien bei den Galliern und Germanen mehr unter den Frauen verbreitet gewesen zu sein als unter den Männern. Jenseits des Rheins fühlten sich die Frauen am größten, wenn sie sich in feines Leinen kleideten. Die Westen der germanischen Frauen waren mit Purpur bestickt. Whittaker sagt, das skiurt, oder Hemd, stammte von den Römern ab, aber mit Sicherheit waren diese linnenen Kleidungsstücke Hemden für allen und jeden Zweck. Lein ist das gälische Wort für diesen Teil der Kleidung. Bei den Cadurci, Caleten, Ruthenen, Biturigen, Morini und allen Galliern wurde Leinenstoff und Leinwand für Segel verwendet.

Die Gallier und Briten stampften den gesponnen Flachs zusammen mit Wasser in Steinmörsern. Nach dem Weben wurde er auf einem weichen Stein mit breiten Holzstöcken geschlagen; je öfter und kräftiger, desto weißer und weicher wurde er. Um dem Wasser eine größere Waschkraft zu verleihen, gaben manche wilden Mohn und andere Pflanzen hinein. Dieses Verfahren zum Bleichen von Leinen durch Erhitzen wird in Schottland und Irland immer noch praktiziert, wo es „beetling“ genannt wird, nach dem hölzernen Gerät, mit dem es geschlagen wird.

Die Schottinnen, ob ledig oder verheiratet, haben im allgemeinen einen ansehnlichen Vorrat an Bettlaken und Decken.

Die Kühnheit der keltischen Rasse wurde schon erwähnt. Ihre Kleidung gewöhnte sie an die Wechselhaftigkeit und Strenge des Klimas. Die kräftige Jugend, sagt Marcellinus, hat ihre Glieder abgehärtet mit Frost und andauernder Bewegung. (35)

Pelloutier erzählt eine Anekdote, die zeigt, wie wenig diesen Menschen die Kälte ausmachte: Eines Morgens, als tiefer Schnee lag, bemerkte einer ihrer Könige, der dick bekleidet war, einen Mann, der nackt auf der Erde lag und er fragte ihn, ob ihm nicht kalt sei. „Ist Euer Gesicht kalt?“ fragte der Mann zurück. „Nein,“ antwortete der König. „Dann ist mir auch nicht kalt,“ entgegnete der Mann, „denn ich bin ganz Gesicht.“

Die Highlander waren, vor der Zerstörung ihrer einfachen Lebensart, gegenüber einer strengen Winternacht ziemlich gleichgültig und schliefen zufrieden im Freien, mitten im Regen oder Schnee. Mit ihrem einfachen Breacan erduldeten sie „den schlimmsten Sturm, den man sich vorstellen konnte, auf freiem Feld, auf solche Art, dass sie unter einer Schneewehe liegend fest schliefen.“ Die Vorteile dieses Kleidungsstückes waren unzählig. Im Regen konnte man es über Kopf und Schultern werfen, und während andere Truppen sich nach einem warmem Platz sehnten, trug der Highlander in seinem Umhang genügend warme Kleidung mit sich. Wenn drei Männer zusammen schliefen, konnten sie drei Lagen warme Kleidung unter sich und sechs Lagen über sich legen. Das 42., 78. und 79. Regiment, die 1794 durch Holland marschierten, als es so eisig kalt war, dass sogar der Brandy in den Flaschen gefror, litt darunter ungleich weniger als andere Korps, die dicke, warme Kleidung trugen.

O’Leary, der den früheren Stand seiner Landsleute und deren Verfall verglich, und, in Anspielung auf ihre damalige Gewohnheit, im Wald zu schlafen, dazu bemerkte, dass „die Locken des erwachenden Kämpfers nicht zusammengefroren waren.“ Hosen gehörten nicht zu ihrer frühen Kleidung; und, sogar im Jahre 1712 berichtet uns Dobbs, dass sie die meiste Zeit des Jahres mit nackten Beinen herumliefen. Dadurch, dass sie dem ständig wechselnden Klima ausgesetzt waren, gewöhnten sich die Kelten daran und dessen Härte machte ihnen nichts mehr aus. Sie waren so sehr an Nässe gewöhnt, dass diese keinen Einfluss mehr auf ihre Konstitution hatte.

Waren die alten Gallier auch noch so rau und ungebildet, so hatten sie doch genauso wie wir, die wir in einem Zeitalter hoher Bildung leben, viele seltsame und nützliche Kunstfertigkeiten. Giraldus Cambrensis hat unrecht, wenn er sagt, die Iren hätten keine handwerkliche Herstellung betrieben, da es offenbar ist, sogar seiner eigenen Aussage nach, dass sie Stricker, Weber, Färber, Walker, Schneider, etc. besaßen. Wenn sie nicht die Kunst der Kleidungsherstellung besaßen, wo fertigten sie den Braccae, den Phalangium oder den Sagum mit Kapuzen in verschiedenen Farben, von denen er sagt, dass die Iren sie trugen?

Während die Highlander Tuch in vielen leuchtenden dauerhaften Farben herstellen konnten, waren die Bewohner anderer Länder weniger kundig in der Fertigung. Ich glaube Camden berichtet davon, dass zur Zeit der Invasion der spanischen Armada die Engländer alle dazu gezwungen waren, weißen Stoff zu tragen, da sie ihn nicht in die Lowlands zum Färben schicken konnten.

Dass die Franken und Sachsen für lange Zeit die Herstellungsweise ihrer keltischen Ahnen beibehielten, wurde schon gezeigt. Charlemagne, der die einfache Kleidung bevorzugte, kleidete sich wie die schottischen Highlander und, nach Windichinds Beschreibung eines Sachsen, ähnelte er sehr einem Caledonier.

Die Kleidertracht der Gälen, die, wie ihre Sprache, sich von derjenigen der anderen Bewohner der britischen Inseln so sehr unterscheidet, wurde liebevoll als nationale Eigenart und als Erinnerung an ihre Unabhängigkeit bewahrt.

Diese starke Vorliebe führte zu wiederholten Gesetzeserlassen. Durch einen Beschluss Edwards IV. mussten sich die Iren, unter Androhung der Enteignung, wie die Engländer kleiden, und auch Heinrich VII. erließ ein ähnliches Gesetz. Diese Satzungen zeigten wenig Wirkung, wodurch im achtundzwanzigsten Jahr der Regentschaft Heinrichs VIII. ein weiterer Beschluss erlassen wurde, der unter Androhung strenger Strafen verbot, sich oberhalb der Ohren zu scheren und kein Hemd, Smock, Kerchor, Bendel, Neckerchor, Mochet oder Leinenkappe in safrangelber Färbung zu tragen, und es war auch verboten in Hemden und Smocks mehr als sieben Meter Stoff zu verarbeiten, gemäß den königlichen Satzungen.

Die Iren, ungeachtet dieser rechthaberischen Satzungen, die ihnen von Königin Elisabeth strikt aufgezwungen wurden, legten in der Mitte des 17. Jahrhunderts ihre traditionelle Tracht nicht gänzlich ab. Diese blieb jedoch auf den bäuerlichen Stand beschränkt, während sich die Kleidung der anderen an die vorherrschende Mode in England anglich, obgleich mancherorts ein Hang zur traditionellen Tracht in Erscheinung trat. Der Kleidungsstil des niederen Adels in obengenannter Epoche bestand aus einer gesteppten Lederjacke, langärmeligen Smocks, halbärmeligen Mänteln, silbernen Haarbändern und Reitstiefeln aus kostbarem Korduanleder. (36)