Vinaora Nivo Slider Schottische Tradition

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DIE KLEIDUNG

Es ist kaum möglich, die Kleidung der alten Kelten befriedigend darzustellen, ohne eine ganze Serie an Abbildungen, da ihre Kleider sehr variiert zu sein schienen. Es ist bedauerlich, dass es kein Monument in ausreichendem Alter mehr gibt, nach dem wir die Kleidung dieses Volkes mit Sicherheit bestimmen könnten. Die Griechen haben von ihnen einige Darstellungen; ein Bild der gallischen Schlacht von Mysia, das im Turm der Athener zu sehen war; und auch die Pergamoner, die in einer ihrer Invasionen den Kelten Widerstand boten, behielten ihre Beute und hatten Bilder sowie Skulpturen, die sie beim Handel mit den Kelten zeigten. Es gab ebenso Abbildungen von Galliern in Rom, doch aus einer späteren Periode, und es waren wahrscheinlich Sklaven darauf abgebildet. Die Darstellungen waren nicht respektvoll, sondern sollten die Niedrigkeit dieses Volkes zur Schau stellen und Abscheu erzeugen.

Man glaubt, dass es keinerlei Statuen der Gallier gibt, die aus der Zeit vor der römischen Unterjochung stammen, einer Zeitepoche, die zu jung ist, um deren ursprüngliche Kleidung darstellen zu können. Die Reliefdarstellung auf der Vignette in Kapitel I. stellt gallische und germanische Krieger dar; sie stammt von der Trajan- und der Antoniussäule. Die Darstellung am Beginn dieses Kapitels zeigt einen Keltiberer mit dem Skorpionswappen und eine Gallierin von einem Relief, das bei Langres entdeckt wurde.

Diese Überbleibsel, die man mit größter Wahrscheinlichkeit den keltischen Einwohnern zuschreiben kann, zeigen augenscheinlich keltische Personen, die schon starke Einflüsse ihrer Eroberer aufweisen.

Das einfachste Gewand war der Sagum, der vorne oder auf der Schulter geschlossen wurde, allgemein mit einer Brosche; oder, wenn der Träger nichts besseres zur Verfügung hatte, erfüllten ein Dorn, oder ein Stück Holz den gleichen Zweck. Whittaker gibt an, dass die Briten ihn auf beiden Schultern schlossen. Alle Germanen trugen ihn, und waren dort, wo er nicht hinreichte, nackt. Auch die Lusitanier und Iberer trugen ihn und der Sagum war lange Zeit ein Hauptelement der Kleidung dieser Völker. Favin, aus dem Kloster St. Gallen, beschreibt die Franken als so erfreut am gestreiften Sagum, dass sie ihn ihrem eigenen langen Mantel vorzogen.

Der Sagum, entweder aus einfachem Fell oder rauer Wolle, wurde schon lange getragen, bevor man daran dachte, auch Kleidungsstücke für andere Körperteile herzustellen; jedoch der Kleidungsstolz, eine große Leidenschaft der Kelten, und das Kriegshandwerk, vorzüglich zur Selbstdarstellung geeignet, führten zur Entwicklung einer aufwändigeren Kleidungstracht.

In späteren Zeiten fügten die Gallier ihrem Sagum oder Umhang noch eine Kapuze namens Cucullus oder Bardo-Cucullus an, die von Soldaten und der Landbevölkerung getragen wurde. Dieser war hauptsächlich bei den Xanten in Gebrauch und die Bauern in einigen Teilen Frankreichs halten bis zum heutigen Tage daran fest. Die Gallier gaben ihr buntes Sagum an die Franken weiter und die Briten ihres an die Sachsen.

Das Carac-challamh, war laut Macpherson eine Art Oberbekleidung, die laut Pinkerton geschlossen getragen wurde. Der Vorname Caracalla, der dem römischen Imperator gegeben wurde, leitete sich von einer Art gallischer Robe ab. Mit Gallica-Palla bezeichnete Martial einen Überwurf der Männer. Die Highlander benannten die Lowlander nach dem gälischen Begriff für einen langen Mantel, luchd nan cosag.

Die Militärkleidung der Kelten hatte mehr den Zweck der Zurschaustellung als den zur Verteidigung, denn sie dachten gar nicht an Rüstungen und waren im Krieg daran gewöhnt, sich fast ihrer gesamten Kleidung zu entledigen. Diodorus sagt, sie verachteten den Tod so sehr, dass sie im Kampf nur einen Lendenschurz trugen. In der Schlacht von Cannae, als sie auf diese Art und Weise kämpften, konnte diese nicht fehlschlagen, so „seltsam und furchtbar sie anzusehen waren, nackt bis zur Taille“. Auch die asiatischen Kelten hatten den Brauch, nackt zu kämpfen.

Laut Solinus behielten die Iren den Brauch bei, sich im Kampf der gesamten Kleidung zu entledigen; und Spencer, laut ihm war der Mantel deren einzige Bekleidung, bemerkt dazu, dass es leicht und bequem war, ihn abzulegen. Die schottischen Hochländer führten diesen Brauch, ihre Jacken und Plaids abzulegen, bis zum Beginn des 18. Jh. fort. Martin beschreibt ihre Kampfweise folgendermaßen: Der Chief eines jedem Stammes rückte, nachdem die Pfeile verbraucht waren, mit einem Schuss vor, wozu er zuerst seine Oberbekleidung ablegte, und nach einem Generalangriff attackierte er aut mors cito, aut victoria laeta.

Die Tunika wurde zuerst nur von sehr Wohlhabenden getragen. Sie lag eng am Körper an, wurde mit einem Gürtel um die Mitte gehalten und reichte bis über die Oberschenkel. Die Belgier hatten eine geschlitzte Ausführung, mit Ärmeln, die von den Schultern bis zur Hüfte reichten. Die Briten nannten sie Cota und trugen sie zuvor offen, mit Ärmeln, die bis zu den Händen reichten und in der Länge bis zu den Knien. Die Tunika von Bondiuca war lang und fiel in Falten. Die Thraker in Xerxes’ Armee trugen eine Weste über einer verschiedenfarbigen Robe. Die Skythen erscheinen auf dem Theodosiusbogen in der gleichen Tracht gekleidet wie die Germanen.

Die Würdenträger unter den Galliern trugen laut Strabo eine mit Gold und feinen Farbtönen verzierte Weste, die Coenas genannt wurde.

Ein gallisches Denkmal zeigt eine Person, die in eine gestreifte Tunika gekleidet ist, die mit einem Gürtel geschlossen ist und bis zu den Knien reicht. Einige Fragmente wurden im Jahre 1711 im Chor der Kathedrale von Paris ausgegraben. Diese zeigten sechs Gallier, alle bewaffnet und in lange Gewänder mit weiten Armen gekleidet; auch der Sagum taucht auf einigen Fragmenten auf. Die Beine erscheinen nicht immer, als wären sie nackt; manchmal sind sie mit einer Art Hose bekleidet zu sehen, sogar dann, wenn die Arme nackt sind.

Eine Figur, die nach dem großen Feuer in London gefunden wurde, hatte langes, fließendes Haar, einen über die Schultern geworfenen Sagum, einen Gürtel um die Mitte und nackte Beine.

Ein Fragment einer Skulptur, die aus den Ruinen des Antoniuswalls ausgegraben wurde und nun in Croy aufbewahrt wird, zeigt drei Figuren, die aller Wahrscheinlichkeit nach für Caledonier gehalten werden können. Die Kleidung ist der Nationaltracht genau gleich und ähnlich derjenigen der alten Kelten.

Gildas beschreibt die Scoten und Pikten seiner Zeit als nur mit einem Lendenschurz bekleidet; und auf dem bemerkenswerten Obelisk bei Forres, um County Maray, sind die Scoten in eine Tunika gehüllt dargestellt, die um die Hüfte zusammengehalten wird.

Die Sachsen trugen die kurze Tunika, die sie von derjenigen der Kelten ableiteten, die eine grundlegende Abneigung gegen den langen Mantel hatten. Sie war sehr bequem, wo Behändigkeit und Beweglichkeit gefordert war, dass sie von Personen jeglichen Standes getragen wurde und war auch die generelle Militärkleidung. Gewöhnlich endete sie etwas über dem Knie und war manchmal auf beiden Seiten offen. Eginhart versichert uns, dass Charlemagne die kurze Tunika trug, streng nach traditioneller Trageweise. Sie reichte nur bis zu seinen Knien; und Charles the Bold ist in einer alten Handschrift mit zwei Männern in der der gleichen Kleidung abgebildet, die Beine von den Knien abwärts nackt, mit Ausnahme der Sandalenschnüre, die bis zur Mitte der Wade hinaufreichten, und einem Sagum, der auf der Schulter mit einem Knopf geschlossen wurde.

Der Breacan-Feile, wörtlich der karierte Umhang, ist die ursprüngliche Kleidung der Hochländer und bildet den Hauptteil der Tracht; während die anderen Kleidungsstücke, obwohl ebenfalls keltisch, und nun charakteristisch für Schottland, diesem einzigen Überbleibsel des ältesten Kleidungsstückes untergeordnet sind.

Der Breacan in seiner einfachen Form wird heute selten gebraucht. Er bestand aus einem einfachen Stück Tartan, ca. zwei Meter breit und vier bis sechs Meter lang. Beim Ankleiden wurde dieser in der Mitte sorgfältig in Falten gelegt, in einer Breite, die den Maßen des Trägers entsprachen und noch genug Stoff übrig ließen, um von einer Seite auf die andere zu reichen und die Vorderseite des Körpers zu bedecken, indem der Stoff überlappte. Der so arrangierte Plaid wurde mit einem Ledergürtel fest um die Lenden gegürtet, so dass die untere Seite bis zur Mitte der Kniescheibe reichte, und das Tuch hinten in Falten lag und vorne doppelt übereinander geschlagen war. Der Oberteil wurde danach mit einer großen Brosche oder Nadel auf der linken Schulter befestigt, und zwar so, dass beide Enden, um sie möglichst geschmackvoll zu arrangieren, manchmal auch herabhängen durften; doch das auf der rechten Seite, notwendigerweise das längere, wurde gewöhnlich unter den Gürtel gesteckt, wie in der Abbildung des Gordon im Kupferstich zu erkennen ist. Im Krieg, auf Reisen und bei anderen Gelegenheiten gab dies der Tracht eine besondere wallende Erscheinung und Anmut.

Durch diese Beschreibung wird deutlich, dass der Hochländer beim Ankleiden einige Hilfe benötigte, wenn er das Gewand mit der erforderlichen Genauigkeit anlegen wollte, doch war es gewöhnlich ausreichend, den Breacan auf einer Kiste oder einem Tisch auszubreiten oder über eine Stuhllehne oder anderes zu hängen, im Freien legte er ihn auf einen Abhang oder über einen Felsen, schloss den darunter liegenden Gürtel mit dem Stoff um die Taille und die Sache war erledigt. Dennoch war er so peinlich genau, dass er beträchtliche Mühe aufwendete, nach dem Ankleiden die Falten genau zu arrangieren.

Das Tuch, aus dem dieser Teil der Kleidung besteht, war lediglich ein Plaid oder ein Stück Tartan. Wenn es in oben beschriebener Weise angelegt wird, erhält es in den Lowlands die angemessene Bezeichnung „Belted Plaid“, um es von der gewöhnlicheren Trageweise zu unterscheiden, bei der es hauptsächlich über die linke Schulter geworfen wird, während man darunter leichte Kleidung trägt.

Der Belted-Plaid war in vielen Teilen der Distrikte, die von den Hochländern als Lowlands bezeichnet wurden, als Kleidungsstück keineswegs unbekannt. Er war besonders für die Viehhirten geeignet und stellte bis zum Ende des 18. Jh. in den inneren Gebieten von Aberdeen, Banff und anderen Bezirken nördlich der Grampians die übliche Bekleidung der Hirten dar. In dem alten Lied vom „Baron of Braikley“ von 1666, sagt ihm seine Frau, er solle keine Angst davor haben, von den Farquharsons angegriffen zu werden, denn „they were only herd widdifu’s wi’ belted plaids.“

Diese einfache Bekleidung ist bis heute in der Uniform der Hochlandregimenter erhalten geblieben, die eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Breacon ist. Sehr viel bequemer und auch von der Gesellschaft mehr akzeptiert, wird der Beltes-Plaid von den heutigen Hochländern sehr viel getragen. Der Unterschied ist, dass zuvor Ober- und Unterteil aus einem Stück bestanden und heute aus zwei, wobei das Unterteil durch Vernähen fixierte Falten hat und oft ohne das Oberteil getragen wird. Der Plaid ist rund um den Körper befestigt und hängt von der Schulter herab, um, durch eine besondere Aufmachung von Seiten des Schneiders, die alte Form zu imitieren. Das lose Ende besteht aus einem kleinen dreieckigen Stück Stoff, das auf der rechten Seite herabhängt, wo das Ende des Breacan unter den Gürtel gestopft wurde. War der Hochländer auf dem Schlachtfeld, bei der Jagd, beim Viehhüten oder auf der Reise, so kleidete er sich in den Feile-Breacan; blieb er zu Hause, so trug er den Feile-Beag, der am bequemsten war.

Der Schulter-Plaid wird von den heutigen Hochländern hauptsächlich als Zierde getragen, wie man beim 72. Regiment sehen kann, da er für den ursprünglich geplanten Zweck viel zu schmal ist. Dennoch ist er dazu geeignet, sehr kleidsam drapiert zu werden.

Wird die Hochlandtracht von jemandem getragen, der weiß, wie man sich darin kleidet, ist sie unzweifelhaft eine der malerischsten Trachten der Welt. Andere Länder haben vielleicht eine Tracht, die dem Feile-Beag, oder Kilt, ähnelt, doch der Belted-Plaid ist unbestreitbar die Erfindung der Gälen und hat keine Ähnlichkeit, weder in seinem Material noch in seiner Trageweise, mit der Tracht irgendwelcher anderen Völker.

Die großzügigen Falten des Tartan, immer so gelegt, dass sie den charakteristischen Streifen zeigen, mit großer Sorgfalt arrangiert und graziös von der Schulter herabhängend, bilden eine gefällige und elegante Drapierung, die das Gewand, so wie es war, insgesamt darstellt, mit einem Gesamteindruck, der von den Extremen asiatischer und europäischer Kleidung weit entfernt ist. Es hat etwas von dem sanften Fließen orientalischer Kleidung, passend zur Lässigkeit und Weiblichkeit der östlichen Völker; und da es die kantige Förmlichkeit und Steifheit der europäischen Trachten vermeidet, vereinigt es in sich Leichtheit und Eleganz.

Es ist bekannt, dass das Alter der Nationaltracht in Frage gestellt wurde, und auch das Recht der Schotten, sie als Original zu bezeichnen, wurde ihnen nicht zuerkannt. In dieser Hinsicht hat es die Tracht nicht besser getroffen, als all die anderen Besonderheiten, die diesen interessanten Teil des britischen Königreichs vom Rest unterscheiden.

John Pinkerton, ein für seine antigälische Gesinnung berüchtigter Autor, dessen Gelehrsamkeit von Wut- und Jähzornsausbrüchen getrübt wird, die er, nichtsdestoweniger, bei anderen mit unmäßiger Härte beanstandet, behauptet, dass das Alter des Feile-Beag der Hochländer doch sehr fragwürdig sei; dass er „nicht alt sei, aber einzigartig und an ihr primitives Leben angepasst – er wäre unbekannt bei den Walisern und Iren und ein Kleidungsstück der Sachsen, die sich keine Hosen leisten konnten, etc.“ Davor bemerkte er, dass „Hosen bei den Kelten unbekannt waren, von Anfang an bis zum heutigen Tag!“

Auch tauchten in verschiedenen Publikationen immer wieder Artikel auf , die das Alter des Feile-Beag erörterten, generell aber in der Hinsicht, seine späte Annahme unter den Hochlandvölkern zu beweisen. Diese Mitteilungen sind in vielen Fällen auch beantwortet worden, manchmal sehr fundiert, doch meistens ohne Effekt. Berufungen auf die Tradition sind keine sehr überzeugenden Argumente gegen das augenscheinliche Zeugnis der geschichtlichen Aufzeichnung, aber die Passagen, die ausgewählt wurden, um aufzuzeigen, dass die Hochländer von vor undenklichen Zeiten bis heute nicht diese Kleidung trugen, zu der sie ein so enges Verhältnis haben, weisen natürlich nicht die Sichtweise auf, dass die Kleidung von außen herangetragen worden sein könnte. Dieser Punkt ist dennoch so unbestreitbar klar und eindeutig, dass es unnötig ist, diese Schreiber, von denen viele anonym sind, zu widerlegen. In Dr. Meyricks ausgezeichnetem Werk ist Alexander I. auf seinem Siegel dargestellt, mit Feile-Beag und rundem Schild. Fordun, der darüber im Jahre 1350 schrieb, beschreibt die Hochländer als „forma spectabilis, sed amictu deformis.“ Major, der zu Beginn des 16. Jh. lebte, sagte „a medio crure ad pedem caligas non habent; chlamyde pro veste superiore,“ etc. Auch Lesly und Buchanan bemerkten dies. Lindsay of Pitscottie, der in der Sprache des Volkes schrieb, fand keinen Grund für das Bedauern mancher Schreiber darüber, dass die Ausdrücke der lateinisch schreibenden Autoren vage und unbefriedigend seien. Er schreibt: „Der andere Teil nördlich ist voller Berge und sehr rauh, und von einem einfachen und anspruchslosen Menschenschlag bewohnt, die ,Reidschankes’ oder ,Wylde Scotties“ genannt werden. Sie sind bekleidet mit einem Mantel, einem Hemd nach irischer Machart und gehen “barfuß mit nackten Beinen bis zum Knie”.  

Darüber, dass die Beschreibungen dieser Kleidung weder besonders genau noch besonders klar sind, darf man sich nicht wundern, wenn man die grundlegenden Unterschiede zu anderer Kleidung in Betracht zieht. Es war selbstverständlich schwierig für jemanden, der nicht mit deren Einzelheiten vertraut war, eine klare Beschreibung zu vermitteln. Die alten Schotten der Lowlands erwähnten sie als „the Highland weed (das Hochlandunkraut)“, „a light dress“ etc.; und mit Ausnahme derer, die im Hügelland wohnten oder Kontakt mit deren Bewohnern hatten, kannte kaum jemand die Besonderheiten dieser Kleidung. Diodorus war nicht in der Lage, das einteilige Gewand der Kelten zu beschreiben, von dem er glaubte, dass es aus Tuch bestand, mit Blumenschmuck verziert; und Beague beschreibt 1549 die Hochländer, nach einem oberflächlichen Blick auf sie, als fast nackt und nur mit einer bemalten Weste.

Heutzutage, obwohl sie mittlerweile so gut bekannt ist, gibt es immer noch viele Tausende, die nur eine vage Vorstellung von dieser Kleidung haben; und die Unwissenheit vieler, die sich als Mitglieder einer Gesellschaft oder auf Maskenbällen in Tartan kleiden, mit schäbiger oder falsch angelegter Paradetracht, führt nicht zum besten Eindruck einer so malerischen und interessanten Kleidung.

Generell erscheinen die Beine der antiken Kelten vom Knie abwärts nackt. Eine männliche Gestalt in Montfaucons interessantem Werk trägt eine Tunika, die bis kurz unterhalb des Knies reicht, wobei die Gliedmaßen keine weitere Bekleidung aufweisen; und dies scheint keine geringere Persönlichkeit gewesen zu sein als der Magister vici sandalarius von Metz.

Einige der auf der Trajansäule dargestellten Germanen und Daci, tragen eine Art Hose, die direkt über den Knöcheln abgebunden ist und bis zur Taille reicht. Der Oberkörper ist nackt, bis auf den lose über die Schultern geworfenen Sagum. Durch den Vergleich mit anderen Darstellungen wird offensichtlich, dass diese Kleidung nicht einheitlich getragen wurde, denn auf derselben Säule sehen wir die oben genannten und die anderen Völker sowohl mit bekleideten wie nackten Beinen dargestellt.

Es wird behauptet, dass die Gallier und Briten den gleichen karierten Stoff trugen, aus dem ihre Oberbekleidung bestand, die lose um die Glieder geschlungen wurde und den Namen „Braccae“ trug, woraus das englische „breeches“ entstand. Polybius berichtet, dass die gallischen Völker der Boii und Insubres den Braccae ihres Landes trugen, doch Strabo begrenzt ihren Gebrauch auf die Belgier. Neben diesem Braccata genannten Kleidungsstück der Gallier, das Tacitus „eine barbarische Bekleidung“ nennt, erhielt das andere, das von der langen römischen Robe abgeleitet wurde, den angemessenen Namen Togata.

Die Etymologen scheinen darin überein zu stimmen, dass dieser Name der Ausdruck für die rote oder karierte Erscheinung des Kleidungsstücks war; doch dass es den heutigen Hosen ähnelte, ist nicht zufriedenstellend erwiesen. Dr. MacPherson, der bemerkt, dass Saga und Braccae unterschiedslos von den Römern getragen wurden, sagt hierzu, dass jeder Hochländer in Britannien weiß, dass der Bracca eine Oberbekleidung mit verschiedenen Farben war. Das gälische Wort Brat bezeichnet einen Mantel oder Umhang, und in einigen Teilen Schottlands bezeichnet es auch die Kleidung. Das walisische brati, was laut Camden entstellt ist, leitet sich vom keltischen braccae ab, was aber nicht die Ansicht unterstützen soll, es wären Hosen gewesen. Sie wurden von den Getae und anderen Skythenvölkern getragen, und Pinkerton behauptet, sie wären immer das große Kennzeichen der Goten gewesen. „Ich habe dafür keinen Beweis“, sagt Strutt, „ausgehend von den Schilderungen über die Angelsachsen, dass Hosen in diesem Land vor dem 9. Jh. in Gebrauch waren, da die Tunikas der Soldaten oft so kurz dargestellt sind, dass ein großer Teil ihrer Oberschenkel sichtbar sind.

Anscheinend gelingt Polybius der Nachweis, dass dieses keltische Kleidungsstück nicht das üblicherweise angenommene darstellt, wenn er sagt, dass die Bolonier und Milanois in der Schlacht von Telamon, zumeist den Braccae trugen, da er im Kampf am bequemsten war. Wolfgang beschreibt ihn als eine kleine Tunika, die in der Mitte geschlossen wurde und bis zu den Knien reichte, eine Bedeckung der Lenden, ein kleiner Mantel in verschiedenen Farben, um die Blöße zu bedecken.

Newte sagt, der Name für Breeches bedeutet im gälischen wortwörtlich „eine Decke für den Hintern.“ Im Walisischen heißen sie lhoudar und im Cornischen lavrak. Die gängige Bezeichnung für dieses männliche Kleidungsstück ist in den Hochlanden briogas. Die englischen Breeches scheinen einen Namen bewahrt zu haben, der vor allem die Farbe oder die Erscheinung des Kleidungsstücks ausdrückt, das den Unterkörper bedeckt. Der Braccae, oder die rotkarierte Tunika, wurde von allen Kelten getragen; und der Breacan ist immer noch die Nationaltracht ihrer Nachfahren, die mit dem Wort die Erscheinung bezeichnen, wie im Walisischen und Amorikanischen (ein bretonischer Volksstamm) das Wort „brech“ für „kariert“ steht. Pelloutier leitet die französischen brayes vom braccae ab und sagt, diese wären gleich den germanischen Hosen. Whitaker sagt, dass brog oder brac (rot), andererseits battais oder botes, die ungegerbten Halbstiefel der Gälen und Kymrer waren. Hier haben wir den Ursprung des Stiefels, des Prototyps, die rote Hülle, welche die Kelten für ihre Füße benutzten und die seitdem durch Strümpfe und Schuhe ergänzt wurden. Diodorus berichtet, dass die Keltiberer Schienbeinrüstungen aus rauem Haar trugen; und die antiken Gallier trugen laut Cluverius an ihren Füßen Leder mit dem Fell nach außen. Eine ähnliche Fußbekleidung trugen lange Zeit die Highlander und Schotten in Ulster, weshalb sie von ihren Nachbarn, den Lowlandern den Namen „Redshanks (Rotschenkel)“ erhielten; und obwohl über einen beträchtlichen Zeitraum hinweg gar keine ungegerbten Felle mehr trugen, die bis über die Wade hinunterreichten, und die Strümpfe deren Platz einnahmen, war deren Farbe immer noch Rot.

Der Cuaran reichte höher als der Brog, der lediglich den Fuß bedeckte, und beide wurden mit Riemen gebunden. Der Cuaran wurde auf der Insel Man getragen und in den ganzen Highlands, wo er, wie ich glaube, immer noch nicht ganz außer Gebrauch ist. Die Konstruktion war einfach; ein ovales Stück rohen Rinds- oder Pferdeleders wurde mit Hilfe von Lederriemen, die durch Löcher am Rand gezogen waren, eng um den Fuß festgezogen. Die Fellseite lag oft innen, um die Füße warm zu halten. Sie waren außerordentlich beweglich und mit kleinen Löchern versehen, um das Wasser besser abfließen zu lassen, das beim Überqueren von Flüssen und Durchqueren von Morast in die Schuhe lief. Der „veteres Brachae Britonis pauperis“ sagt eigentlich alles, da der Begriff für die Fuß- und Beinbekleidung benutzt wurde, was sehr glaubhaft ist. Heutzutage ist es ein gängiges Sprichwort, zu sagen, “es ist keine alten Schuhe mehr wert”, um etwas völlig Nutzloses zu bezeichnen; und abgetragene Brogs waren natürlich für nichts mehr zu gebrauchen. Vielleicht sahen die Römer häufig die Gallier ihre Schuhe wegwerfen, so wie die Engländer die Schotten ihre Cuarans wegwerfen sahen, als Douglas 1327 sein Lager abbrach und mehr als 10 000 Stück davon zurückließ. Cluverius sagt, die keltischen Schuhe wären mit einer langen Spitze versehen gewesen, so wie die Schnabelschuhe im Mittelalter. Diejenigen der Highlander waren so gefertigt, wie Locke es in seinem Lehrwerk beschreibt. Es gab immer einen linken und einen rechten Schuh. Die Gälen begannen, ihre Herstellungsweise zu verbessern, aber wie bei ihren Vorfahren war eine Bekleidung für Fuß oder Bein ziemlich entbehrlich. In Killiecrankie trugen sie weder noch. Birt erwähnt einen Laird im Norden, den er einst besuchte, und der ihm als gelehrter und sehr höflicher Gentleman begegnete und dessen untere Extremitäten mit nichts weiter als einem Breacan bekleidet waren. Als die Hochlandregimenter für den amerikanischen und den französischen Krieg aufgestellt wurden, rekrutierte man Hunderte Männer, die weder Strümpfe noch Schuhe trugen, Dinge, die für Menschen in wohlhabenderen Ländern unverzichtbar sind. Schuhe, die aus einem Stück gefertigt und der Fußform genau angepasst waren, fand man in irischen Mooren, wo sie schon viele Jahrhunderte überdauert haben mussten. In dem antiken Schiff, das aus dem ehemaligen Bett des Flusses Rother, in Kent, geborgen wurde, fand man Schuhe mit einer durchgehenden Sohle.

Noch vor fünfzig oder sechzig Jahren wurden Brogs in den nördlichen Distrikten von Caithness, Sutherland, Ross etc. von Wanderschuhmachern hergestellt, für zwei Pence das Paar plus Verköstigung. Der Auftraggeber hatte zudem noch das nötige Leder, Hanf und Harz zur Verfügung zu stellen. Trotz ihrer Einfachheit hat es sich doch erwiesen, dass sie mindestens so haltbar waren wie moderne Schuhe. Ein alter Highlander, der von der guten alten Zeit schwärmte, erzählte mir, dass er sein letztes Paar so lange trug, dass er es tatsächlich noch in gebrauchsfähigem Zustand wegwarf. Am Ende bekamen die Brogs noch ein Stück Leder für die Zehen, genannt friochan, dass vor dem rauen Boden der Heide schützen sollte. Dies war immer im Vandyke-Stil geschnitten.

Mancherorts ist die einheimische Herstellung aufgegeben worden, infolge des Zurückganges des Unterholzes, das die Rinde für den Gerbvorgang des Leders lieferte.

Es heißt, dass die Strümpfe, gälisch: Ossan, von den Römern herstammen und die Kelten nichts anderes als die ungegerbten Halbstiefel trugen. In Montfaucons prächtigem Werk fand ich die Darstellung eines Landmannes in einem karierten Kleidungsstück, dass Tartanstrümpfen ähnlich sah; eine Darstellung, die von Wolfgang vorgestellt wurde, hat das gleiche Aussehen.

Die Sorte von Strümpfen, die gegenwärtig getragen werden, sind in der Abbildung der Gordons dargestellt, im Militärmuster; doch die historischen Strümpfe ähneln denen der Stewarts, deren Abbildung aus dem Bild des Regenten Murray übernommen wurde, das sich ehemals in der Foothill Abbey befand. In den Highlands werden heute auch verschiedene Fantasiemuster getragen, wo früher das Sett der Strümpfe gleich dem des Plaids war.

Ursprünglich waren sie nicht gestrickt, sondern mit sehr viel Ideenreichtum aus dem Stoff geschnitten, und auch heute noch sind die Strümpfe der Hochlandregimenter auf diese Art und Weise hergestellt.

Die Strumpfhalter sind heute hauptsächlich rot, aber die eingeborenen Gälen tragen sie noch wie ihre Vorväter, verschiedenfarbig gestreift. Neben anderen Dingen, mit denen man sich auf der Insel Uist am St. Michaelsfest beim alljährlichen Pferderennen beschenkte, „übergaben die Frauen den Männern ein Paar schöne Strumpfhalter in verschiedenen Farben.“ Die Strumpfhalter von Lochaber waren gefranst, und wenn sie aus Seide oder feiner Wolle gearbeitet waren, kosteten sie in der Regel von 2s, 6d bis 7s. Mrs. MacHardy of Laggan strickte in ihrem hundertsten Lebensjahr ein Paar, das dem Duke of Gordon von der berühmten Mrs Grant geschenkt wurde. In der Vergangenheit wurden sie auf einem besonderen Webstuhl gewebt und manche sollen heute noch am Ufer des Lochow auf diese Art und Weise hergestellt werden.

Auf die Art, wie man den Strumpfhalter bindet, zeigt sich ganz besonders der persönliche Geschmack. Im 42. Regiment wird er mit einem hübschen Knoten gebunden, im 92. Regiment ist der Knoten wie eine Rose geformt, wird in dieser Form von einer Nadel gehalten und auf den Strumpfhalter gesetzt; eine Mode, die dem Highlander im allgemeinen fremd ist, da er oft den oberen Teil des Strumpfes über das Strumpfband stülpt. Das 78. Regiment, oder die Rosshire-Buffs lassen beide Enden von einem geschmackvollen Knoten herabhängen. Es wird bei den Gälen als eine große Beleidigung angesehen, dass man von ihnen behauptet, sie würden ihren Strumpfhalter binden.

An dieser Stelle ist es angebracht, einiges über die antike Kleidung der irischen Gälen zu sagen, die als „mantle“ beschrieben wurde und oft auch als „trouse“. Letzteres Kleidungsstück scheint genauso wenig bekannt gewesen zu sein, wie der brachae; es ist versucht worden, beides mit der heutigen Hose (trowsers) zu identifizieren. Zur Zeit von Giraldus Cambrensis trugen die Iren Trouse und Mantle, welche bis zur Zeit von Charles I die übliche Bekleidung darstellten und sogar später noch teilweise in Gebrauch waren. Solinus sagt „sie waren aus einem Stück und ohne Naht, aber mit Falten, und man trug sie anstelle von Mänteln und Umhängen”. Zur Zeit Richards II. schreibt Froissart, dass sie ohne Hosen getragen wurden, und bei Agincourt sagt Speed: es waren 1600 tüchtige Männer, aber fast nackt. Auch Derrick spricht davon, dass sie keine Hosen trugen und beschreibt „einen Mantel mit seltsamem Schnitt,“ „Sein Rock ist sehr kurz, mit vielen dicken Falten, und irischen Trouses, etc.“ Sie waren „nicht sehr stolz auf ihre Erscheinung“, gingen allgemein nackt, gemäß Spencer, oder zumindest „mit nackten Flanken und Beinen,“ mit dem Mantle als Hauptkleidungsstück, der „leicht zu tragen“ und auch sonst ein vorteilhaftes Kleidungsstück war. Im Sommer konnte der Träger ihn lose über die Schultern gehängt tragen, im Winter geschlossen; er konnte ihn zu jeder Zeit benutzen, da er „nie schwer oder hinderlich“ war. „Er war ein passendes Haus für einen Gesetzlosen, ein gemachtes Bett für einen Rebellen und ein geeigneter Umhang für einen Dieb.“ Meiner Meinung nach waren die irischen Trouse und Mantle wie der schottische Belted Plaid geformt, auch wenn das Material nicht das gleiche war wie beim Breacan. Wir haben gesehen, wie bequem der Plaid sein kann, wenn er über die Schultern hängt wie ein Umhang; den Iren wird 1673 der Gebrauch des Mantles auf teilweise die gleiche Art und Weise zugeschrieben, Spencer beschreibt vielmehr, dass er oft über die linke Schulter geworfen wurde oder um den linken Arm gewickelt war und so der Hochlandtracht ähnelte.