Vinaora Nivo Slider Schottische Tradition

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CLAN TARTANS

„Es gehört eine Menge Scharfsinn dazu, Farben so auszuwählen, dass sie zur gewünschten Vorstellung passen. Aus diesem Grund haben die Frauen alle Mühe damit, das exakte Muster des Plaid auf einen kleinen Stab zu knüpfen, mit der genauen Anzahl der Fäden.“ Die Bauersfrau färbte ihre Wolle generell selbst, auch wenn es in der Nachbarschaft einige kleine Färbereien gegeben haben dürfte; und auch wenn sie ihr Material selbst färbte oder andere damit beauftragte, war das Webmuster dennoch nicht der Fantasie des Webers überlassen. Er erhielt seine Anleitung in Form eines kleinen Stabes, um den die exakte Anzahl der Stäbe geknüpft war; eine Praktik, die bis auf den heutigen Tag durchgeführt wird. Sir Benjamin West bezeichnete die Clantartans als Exemplare des landestypischen Geschmacks und sagte, dass in der Komposition der verschiedenen Muster und der Kombination und Gegensätzlichkeit der Farben eine große Kunst läge.

Die besonderen Setts, oder Muster, des Tartan, die für jeden Clan anders gestaltet sind, müssen schon sehr früh festgelegt worden sein. Alle Stämme und alle Inseln unterschieden sich voneinander „in der Form, wie man die Plaids herstellte, was die Streifen, die Breite und die Farben betraf.“ Der breacan der Hochländer war eine Art Mantel, der über der Rüstung getragen wurde, auch Tabard genannt, anhand dessen man direkt den Namen und Clan des Trägers erkennen konnte. Zur gleichen Zeit aber, wenn sie ihre Hauskleidung trugen, frönten sie ihrer Vorliebe für Phantasiemuster. In der Jugend galt ein Plaid, in das verschiedene Farben eingewebt waren, als wertvoller Lohn für gutes Verhalten, und es scheint, dass dieses Plaid im Lauf der Jahre von jenen immer mehr geschätzt wurde. Ein altes Lied lässt einen Kelten, der um eine Lowländerin wirbt, folgendes sagen:

„Bra’ sall the setts o’ your braid tartans be,

If ye will gang ro the north Highlands wi’ me.”

Tartans werden in den allgemeinen Beschreibungen in grüne und rote unterschieden, je nachdem welche der beiden Farben dominiert. In den fünf Regimentern, die noch den Kilt tragen, ist es die Erstere. Das Muster des 42. Regiments ist das einfachste und meist verbreitete, und wird oft auch Black-watch genannt, aufgrund des alten Namens des Corps, das deshalb so genannt wurde, weil es nur Tartan trug. Die rote Jacke ist eine spätere Abänderung. Die regulären Farben sind Blau, Schwarz und Grün, doch wird zwischen den grünen Streifen oft noch ein roter eingezogen. Diese Hinzufügung soll auf Lord Murray zurückgehen, der dieses Regiment sowie die Athols kommandierte, und um die beiden Setts zu unterscheiden, übernahm er das Rot aus dem alten breacan feile. Es erschien mir nicht gerade uniform, dass beide Setts nur mäßig getragen werden sollten. Die Truppe trug weiterhin Tartan mit demselben roten Muster, das auf der ursprünglichen Uniform der Piper und Drummer zu finden war.

Die 78th oder Ross-shire Highlanders tragen den MacKenzie-Tartan, der aus dem gleichnamigen Clan hervorging.

Die 79th oder Cameron Highlanders tragen ihren entsprechenden und schön gestalteten Tartan.

Die 92th oder Gordon Highlanders, tragen ihr eigentümliches Sett, das sehr gefällig ist, während die 93th den Sutherland-Tartan tragen, der sich vom einfachen Sett des 42th nur durch das hellere Blau und Grün unterscheiden.

Das 71. Regiment, oder Mac Kenzie Highland light infantry, trug bei ihrer ersten Aufstellung ihr eigenes Clan-Plaid; die 72nd oder Seaforth Highlanders, ebenfalls ein MacKenzie-Regiment, trugen den gleichen Tartan; doch der spätere Duke of York führte bei seinem Corps nach dessen Rückkehr vom Kap der guten Hoffnung eine neue Mode ein, nannte sie „The Duke of Albany’s own Highlanders“ und gab ihnen ein Schärpen-Plaid sowie Hosen im königlichen Tartan. Es ist außergewöhnlich, dass diese beiden Regimenter, die das älteste Clancorps verkörperten, Hosen tragen sollten, die zuvor nur auf lahme, kranke oder alte Hochländer beschränkt waren! Dies führte im Clan und im Land zu großem Verdruss.

Gewiss dachten Lord MacLeod, der älteste Sohn der MacKenzies, Earl of Cromarty, der das 73. aufstellte, jetzt das 71., und MacKenzie, Earl of Seaforth, der das alte 78. verkörperte, heute das 72., niemals an eine so unnötige und dem keltischen Sinn gegenüber so rücksichtslose Änderung. Wer auch immer die hohe Ehre hat, die britische Armee zu befehligen, sollte nicht vergessen, wie sehr die hoch gesinnten und tapferen Gälen ihre Nationaltracht verehren; und da diese Regimenter immer noch den Namen „Highlanders“ tragen und auch aus solchen bestehen, ist zu hoffen, dass ihre angemessene Militäruniform wieder eingeführt wird.

Ich kann es leider nicht vermeiden, eine seltsame Praktik in einigen Hochlandregimentern zu erwähnen, und zwar erscheinen dort die Offiziere nur selten in einem Feilebeag (Kilt), außer bei Paraden und besonderen Anlässen! Dies ist eine unschickliche Vorstellung; oder ist es nur den Privatleuten erlaubt den Kilt zu tragen? Das ist eine seltsame Unstimmigkeit und ein sehr unmilitärischer Brauch, von dem ich annehme, dass dafür die jeweiligen Colonels oder Adjutanten verantwortlich sind. Da ich vier, fünf Jahre lang dort gelebt habe, wo das 78. stationiert war, muss ich dieses Corps von den obigen Beschuldigungen ausnehmen, da Offiziere und Männer immer in der angemessenen Uniform gekleidet waren.

Seine Majestät, und alle Zweige der königlichen Familie, tragen das königliche Plaid des High Steward of Scotland, wie in der Abbildung des Clanchiefs gezeigt und auf der Tafel der Tartans beschrieben. Seine königliche Hoheit, der Duke of Sussex, hat ein eigenes Muster, das auf der Tafel erklärt ist. Es wird für Inverness getragen, wo ihm der Titel des Earl verliehen wurde. Alle regulären Tartans sind so gefertigt, dass in den Falten des Kilts und Plaids, die im sogenannten quilled oder box plaiting geformt sind, ein besonderer Streifen erscheinen sollte. Dieser ist im Gordon-Sett gelb, im MacKenzie weiß, etc., und wann immer ein Muster nicht auf diese Art und Weise erstellt werden kann, ist das Gewebe unregelmäßig. Somit kann ein Webfehler beim Schneidern eines Jackets stören, welches eine beachtliche Menge Stoff benötigt, da dieser diagonal geschnitten wird, eine Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl und Fertigkeit verlangt.

Die Tafel im Anhang zeigt die exakten Tartanmuster, entsprechend der einzelnen Clans. Sie ist so genau, wie es der aufwändigste persönliche Einsatz und die tatkräftige Unterstützung hochgeschätzter und in der Sache bewanderter Freunde vermochten: doch gibt es immer noch viele Clans, besonders in den Lowlands, die ihnen eigene Tartans haben, die in der Tafel nicht enthalten sind.

Die Hochland-Gesellschaft stellte sich vor einigen Jahren der löblichen Aufgabe, Exemplare der verschiedensten Tartans der schottischen Kelten zu sammeln und es gelang ihr, eine große Anzahl davon zu beschaffen. Wenn wir uns die harten Gesetze betrachten, die erlassen wurden, um den Hochländern das Tragen der auf diese Art hergestellten Kleidung zu verbieten, und die lange Periode, in der diese Gesetze rigoros verschärft wurden, mit dem Gesetz der sofortigen Aufhebung des Clanswesens, dieses ehrenwerten Monumentes der Politik unserer Vorfahren, was einem Todesstoß für die hochgeschätzte Institution der Gälen war, müssen wir aufhören, uns darüber zu wundern, dass so viel von den alt überlieferten Bräuchen und Tätigkeiten verloren gegangen ist, und dass wir doch ziemlich überrascht sind, dass noch so viel „die Aufhebung der ehrenwerten Gerichtsbarkeit“ überlebt hat.

Es wird auffallen, dass in der Liste keine Familientartans eingetragen sind. Die Forschungen der Hochland-Gesellschaft, die einen zusätzlichen Antrieb durch Besuch unseres Monarchen in Schottland bekam, wo die Chiefs ihre Anhänger sandten, um ihn zu begleiten, und wo die keltische Gesellschaft in angemessener Kleidung die Leibgarde seiner Majestät bildete, unter anderen Umständen als sonst, die das Tragen der Uniform notwendig machten, hatten viel Neugierde unter allen Klassen erregt, die sich über die einzelnen Tartans und Badges vergewisserten, die sie zu tragen berechtigt sind. Dieses ehrbare Gefühl führte leider zu einem voraussehbaren Ergebnis; phantasievolle Varianten aller Tartans und Badges wurden als echt ausgegeben, und der Versuch, darauf einen Anspruch zu erheben, war wahrscheinlich die eigentliche Absicht vieler. Ich bin dennoch überzeugt, durch die Ehrbarkeit meiner Informationsquellen, dass meine Angaben von allen bisher veröffentlichten die korrektesten sind. Indem ich sie der Öffentlichkeit darlege, lege ich mir selbst auf, von Vorurteilen und Parteinahme frei zu sein.