Vinaora Nivo Slider Schottische Tradition

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WOLLENE KLEIDUNG

Das erste wollene Gewand, das wir bei den Galliern und Germanen in Gebrauch finden, war eine quadratische Decke, die über die nackten Schultern geworfen wurde, und die, aufgrund ihres Wertes, nur die Häuptlinge trugen. Diese Decke wurde Sagum genannt, und hatte somit den gleichen Namen wie der Fellmantel, der ihr vorausging. Das gälische Wort sac bezeichnet eine Haut oder Fell. Die Belgae nannten diesen Teil ihrer Kleidung lene oder linne. Reno, das laut Varro ein gälisches Wort ist, war ein Ausdruck, den einige Germanen dafür gebrauchten, während andere es matruga nannten.

Die Herstellung wollener Kleidung muss unter den Kelten schon seit frühester Zeit existiert haben. Sie waren gerade in Sachen Färben und Herstellung sehr erfinderisch; und ihre Perfektion in der Kunst verrät lange Erfahrung und ebensoviel Geschmack. Die Einzigartigkeit des gallischen Gewandes versetzte die Römer in Erstaunen; doch auch wenn sie den Gebrauch des warmen Mantels, den die Belgae fertigten, übernahmen, kam es jedoch niemals vor, dass sie die prunkvollen Muster trugen, die den Kelten als Erfindung gebührt. Andere Stämme, die deren prunkvolle Erscheinung bewunderten, wurden dazu veranlasst, ihre eigene Kleidung zu verwerfen und die andere anzunehmen.

Die Franken waren vom gestreiften Sagum so angetan, dass sie es ihrer eigenen Tracht vorzogen. In gleicher Weise imitierten die Sachsen die seltsame Kunstfertigkeit dieses erfinderischen Volkes und perfektionierten sie. Ihren Arbeitsplatz nannten sie „the Tuphus of the woulle“ wo auch Frauen beschäftigt waren. Die Spinner und Weber in Germanien arbeiteten in Höhlen.

Es gab verschiedene Qualitäten der keltischen Wolle. Diejenige aus Lusitanien und Narbonne war rau und grob, diejenige aus Piemont hauptsächlich grau; diejenige aus Celtiberia meist schwarz und die Wolle aus Andalusien und Grenada war rötlich.

Die Gallier wurden auch für ihre Filztechnik bekannt, die ohne Weben auskam. Die einzelnen Stücke wurden dann zu Matzatzen geschnitten. Vielleicht spielte Strabo darauf an, als er sagte, der Sagum wäre außen rau. Wenn zur Präparation des Filzes Essig benutzt wurde, hielt er auch einem Schwertstreich stand und bot sogar einigen Schutz gegen Feuer.

Sie scherten die Wolle sehr dicht und nannten ihre dicken Umhänge coenas. Auch den Sagum trugen sie im Winter in einer dickeren Ausführung. Die keltischen Weber waren natürlich die erfinderischsten Künstler und sie produzierten Arbeiten, die durch ihre Reichhaltigkeit und Einzigartigkeit andere Völker in Erstaunen versetzten.

Die Beschreibung dieser Kleidungsstücke führte zu der Annahme, dass Blumenmuster den Stoff zierten, doch diese hübsche und schwierige Arbeit war in diesem rauen Zeitalter wahrscheinlich noch nicht bekannt. Es war leichter, auf die Idee zu kommen, Kette und Schuss in verschiedenfarbigen Fäden zu weben und so nebenbei ein Aussehen zu erhalten, das, aus der Entfernung, für einen Unkundigen in dieser Sache wohl wie ein Blumenmuster ausgesehen haben könnte. Diodorus hatte für diese, den Kelten eigene Kunstfertigkeit keine Bezeichnung, und wie ich es verstehe, wollte er damit nur sagen, dass es wie ein geblümter Umhang aussah; denn weiter beschrieb er ihn als in unterschiedlich gestreifte Quadrate aufgeteilt. Diese Meinung scheint durch das bestätigt zu werden, was Plinius über die Herstellungsweise der Lusitanier sagt, nämlich dass das Netzwerk des selbstgesponnenen Gewandes ihm Wert verleiht. Das „scutolato textu“ wurde für runde Muster genommen oder für Damast mit Rautenmustern. Die folgende Bemerkung in der Passage ist genauer: „textus virgatus est macularum instar cancellatim et reticulatim distinctus Lausagias Galli vocant.“