Vinaora Nivo Slider Der Künstler

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Wie schon zwei Jahre zuvor präsentierten die Künstler wieder zum Welttierschutztag eine Kunstaktion, doch diesmal von gewaltigen Ausmaßen. Am 18. September 1993 überraschten sie mit “FORMICA, DER TAG DER AMEISE”.

Auf dem Europaplatz in Bad Kreuznach starteten die Künstler Mole & Wolfrhine ihre außergewöhnliche Kunstaktion, bei der es um ein winziges Tier ging, die Ameise. Doch hatten die Künstler wieder von ihrer bekannten „Gigantonomie“ Gebrauch gemacht, und vor dem Bahnhof eine riesige Ameise zur Demonstration aufgebaut. Zusammen mit einem Dudelsackspieler und einem Trommler gingen sie langsam los, um mit etwa 10.000 Ameisen-Attrappen einen Pfad zu legen, vom Bahnhof bis in das einige Kilometer entfernte Tierheim, so wie die Ameisen einen Pfad hinterlassen, beim Zurücklegen eines Weges, damit andere ihnen folgen.

So bückten sich die Künstler für die Ameisen-Attrappen, Stück für Stück, den ganzen Weg entlang (Salinenstraße, Rheingrafenstraße und den Kuhberg hoch zum Tierheim) auf den Boden zulegen. Man muss noch mitteilen, dass parallel zu dieser Aktion auch ein Preisausschreiben lief. Es ging darum, dass am Ende der Kunstaktion jener belohnt wurde, der die meisten dieser Ameisen-Attrappen gesammelt hatte. Nun, es gab viele, die sammelten, doch Sieger waren die Pfadfinder, die für ihre Sammelaktion eine Reise nach Paris gewonnen hatten. Viele Menschen waren gekommen, um dieses außergewöhnliche Spektakel mit anzusehen, zu dem teilweise sogar Straßen gesperrt wurden.

Am nächsten Tag erwartete die Besucher des Tierheims Bad Kreuznach ein ungewöhnlicher Anblick. Mit ca. 50.000 Ameisen-Attrappen hatten die Künstler das Ambiente in einen riesigen Ameisenhaufen verwandelt. Wo man hinschaute, sah man Ameisen, und das Programm, welches in dieser von Ameisen wimmelnden Umgebung stattfand, konnte sich ebenfalls sehen lassen.

Auch bei dieser Aktion stand neben dem Hauptthema, dem Schutz der Winzlinge und ihr Überleben, der völkerverbindende Gedanke im Vordergrund. So spielte z.B. die seinerzeit größte Pipeband Deutschlands, die St. Gangolf Pipes & Drums, auf, und in einer mystischen Performance erhielten die Zuschauer erneut Einblicke in die Lebensphilosophie der Künstler. 

Auf dem ganzen Gelände war aus über 30 Lautsprechern eine sphärische Musik zu hören, welche die Welt der Ameisen hörbar machen sollte, eine Ameisenkönigin wachte in Form einer riesigen Skulptur über die Aktion, und mit Computer- und Videodokumentationen wurde die phantastische Kunstaktion erläutert. Tausende von Menschen waren Zeuge dieser einzigartigen Kunstaktion und viele verstanden den surrealen Wegweiser zu einer realen Gedankengebung.