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Robert Burns 1759 - 1796 PDF  | Drucken |
Robert BurnsRobert Burns wurde am 25. Januar 1759 in Alloway (Ayrshire) geboren und war ein Schriftsteller und Poet. Er stammte aus sehr einfachen Verhältnissen und war der älteste Sohn (von 7 Kindern) des Gärtners William Burns und dessen Ehefrau Agnes Brown. Für den Sohn eines einfachen Landwirts bekam Burns eine sehr gute Schulbildung; sein Vater machte es sich von Anfang an zur Aufgabe, die Ausbildung seiner Kinder zu überwachen. Durch seine Mutter lernte Burns die Geschichte und die Geschichten seiner Heimat; was sie ihm durch Erzählungen, Märchen, Sagen, aber auch durch einen enormen Schatz an Volksliedern vermittelte.

Ab seinem siebten Lebensjahr besuchte Burns die Ayr Grammar School. Dabei waren die Schulbücher die Bibel und” A collection of prose and verse from the best English authors“; besonders beeindruckte Burns bei letzterem Joseph Addison. Aber auch die abenteuerlichen Biographien Hannibals und Sir William Wallace' gehörten zu seinen ersten Lesefreuden.

Im Herbst 1765 pachteten Burns' Eltern das Anwesen Mount Oliphant in der Nähe von Alloway. Da keine Schule in erreichbarer Nähe war, übernahm der Vater nun die Erziehung seiner Kinder. Er legte dabei großen Wert auf Naturwissenschaften und brachte seinen Söhnen auch Grundlegendes über den Calvinismus bei. Später wurde Burns ein spärlicher Besuch der Parish School of Dalrymple ermöglicht, wo ihn nach eigener Aussage besonders die Lektüre von Samuel Richardson und Tobias Smollett begeisterten.

Ab 1773 konnte Burns die Lateinschule in Ayr besuchen, wo er sich seine Sprachkenntnisse des Französischen und Lateinischen aneignete. In diesen Jahren entdeckte er auch das literarische Werk von Alexander Pope und William Shakespeare für sich. Als er sich im darauffolgenden Jahr verliebte, begann Burns mit ersten lyrischen Versuchen. Nach eigener Aussage schuf er sein erstes Gedicht "...for a bewitched girl at harvest time".

Robert BurnsMit 19 Jahren wechselte Burns 1778 auf die Schule von Kirkoswald. Neben seinem Schulbesuch arbeitete er auf dem väterlichen Anwesen und schuf dort für allerlei Anlässe (Geburtstage, Hochzeiten, etc.) Auftragsgedichte. Als er sich leidenschaftlich in Peggy Thompson verliebte, wurde sie Thema mehrerer Gedichte.
Dadurch bekannt geworden, vernachlässigte er seine Arbeiten auf dem Hof. Am 11. November 1780 gründete Burns zusammen mit Freunden den Tarbolton Bachelor's Club. Gründungslokal dieses wohl ältesten schottischen Debattierclubs war das Wirtshaus von John Richard. Neben politischen Themen wie “Theory of moral sentiments” wurden auch Bibelauslegungen und literarische Neuerscheinungen diskutiert.

Nach einem Streit mit seinem Vater verließ Burns 1781 den väterlichen Betrieb und versuchte seinen Lebensunterhalt in der Flachsverarbeitung zu verdienen. Er arbeitete in Irvine mit einem Weber zusammen. Als durch einen Unfall Haus und Werkstatt abbrannten, ging Burns in Konkurs, da er dadurch der Wirtschaftskrise Ende 1781 nichts mehr entgegen setzen konnte. Während dieser Zeit las Burns meistenteils Werke von John Locke und Pierre Bayle, denen er aber weniger als erhofft abgewinnen konnte. Durch Freunde empfohlen, wurde Burns 1781 Freimaurer der Loge St. Andrews.

Als Burns' Vater am 22. Mai 1784 starb, übernahm er zusammen mit seinem Bruder Gilbert einen kleinen Hof in Mossgiel bei Mauchline. Trotz allen Fleißes zeigte sich bald, daß die beiden Brüder nicht das wirtschaftliche Geschick ihres Vaters geerbt hatte. Mehrere Missernten taten ihr übriges, um Burns in seinem Entschluß auszuwandern zu bestärken. Er war gerade dabei, eine Anstellung als Verwalter einer Plantage auf Jamaica anzunehmen, als sein Debüt als Lyriker vom Publikum wie von der Literaturkritik begeistert aufgenommen wurde.
 
Die kleine Anthologie mit eigenen Gedichten, welche er in Edinburgh auf Subskription hatte drucken lassen, brachte ihm einen Reingewinn von 20 Pfund Sterling. In diesen Gedichten besang er immer wieder Mary Campbell, ein Milchmädchen des nahen Schlosses Mongomery. Ihr bewahrte Burns Zeit seines Lebens ein treues Angedenken und widmete ihr einige seiner schönsten Lieder. Bald nach ihrem frühen Tod hatte Burns ein Verhältnis mit Jean Armour, welche er auch heiraten wollte. Als strenger Anhänger des Calvinismus verbot deren Vater, Jack Armour, diese Verbindung.

Robert BurnsMitte 1784 ging Burns nach Edinburgh und blieb dort über ein Jahr. Bewundert und verehrt wurde Burns in den Salons und Gesellschaften herumgereicht und konnte so auch Kontakte knüpfen, welche weitere Veröffentlichungen erleichtern würden. Eines seiner wichtigsten Gedichtbände war sein “Poems chiefly in the Scottish dialect”; dieses brachte ihm 500 Pfund Sterling ein und erschien 1786 . Es gilt als sein wohl wichtigstes Werk.

Am 22. Mai 1785 brachte die Magd Elizabeth Paton Burns Tochter Elizabeth zur Welt. Burns weigerte sich, Paton zu ehelichen; drei Jahre später heiratete diese den Knecht John Andrew. Burns berichtete über diese Geschichte in seinem Gedicht The Fornicator, das aber zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlicht wurde. Endlich kehrte er in die Einsamkeit seines Hochlandes zurück, im Herzen noch treu an Jean hängend, die ihm inzwischen Zwillinge geboren, und die der strenge Vater dem gefeierten Dichter nun nicht länger versagte. Burns pachtete 1789 ein Gut bei Dumfries, das sich jedoch in etwas verwahrlostem Zustand befand; dazu nahmen ihn häufige Besuche und damit verbundene Zerstreuungen stark in Anspruch, und so kam es, dass er schon nach 3 1/2 Jahren die Pachtung mit großem Verlust aufgeben und sich nach einer anderen Stellung umsehen musste.

Durch Vermittlung von James, Earl von Glencairn, erhielt Burns das Amt eines Steueraufsehers, das ihm jährlich 70 Pfund Sterling eintrug, aber begreiflicherweise seiner Neigung wenig zusagte; dazu kamen andere Widerwärtigkeiten. Trotzdem schuf Burns in diesen Jahren viele schöne Lieder und schrieb politische Aufsätze in den Tageszeitungen.

Die Ereignisse der französischen Revolution begeisterten Burns so sehr, dass man in ihm schon einen Jakobiter sah. Diese Einstellung kostete Burns viele seiner Freunde und alle seine Gönner, da er auch als Anhänger des Hauses Stuart galt.

Sein unstetes Leben verbunden mit der Armut seiner Kindheit untergruben seine Gesundheit. Der wahrscheinlich zu häufige Genuss von Alkohol hinderten ihn immer öfter an seinem literarischen Werk. Ein kleiner Kuraufenthalt in einem benachbarten Seebad nach einer schweren Krankheit brachte nicht mehr die gewünschte Genesung. Im Alter von 37 Jahren starb Robert Burns am 21. Juli 1796 in Dumfries (Dumfriesshire) an einer Infektion; Streptokokken-Bakterien vergifteten ihn wahrscheinlich anlässlich einer Zahnextraktion. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof von St. Michaels in Dumfries.

Heute ist Robert Burns der gefeierte Nationaldichter Schottlands und alljährlich feiert man an seinem Geburtstag, dem 25. Januar, das traditionelle Burns Supper, an dem das Nationalgericht Haggis gereicht wird und Gedichte von Burns vorgetragen werden.
 
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