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Die Jakobiten
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Seine Gewaltherrschaft und seine Versuche religiöse Freiheit für seine römisch-katholische Glaubensgenossen zu sichern, hatten bis Ende des Jahres 1688 den König James VII. von Schottland und II. von England, so unbeliebt gemacht, dass er das Land verlassen musste. Wilhelm von Oranien und Mary - seine Frau - nahmen an seiner Stelle die Krone gemeinsam an. Nicht alle aber verwarfen den König im Exil. Seine Anhänger wurden Jacobiten genannt, und sechzig Jahre lang sollten sie in der britischen Geschichte eine wichtige Rolle spielen. Auf dem europäischen Festland wurde James vom französischen König Louis XIV freundlich willkommen geheißen; ein Chateau wurde ihm zur Verfügung gestellt, mit Geldern für den Unterhalt seines Hofes. Louis Absichten waren klar: Die Anwesenheit von James dazu auszunutzen seinem Feind Wilhelm von Oranien Verdruss zu bereiten.
Der erste Versuch, James wieder auf dem Thron einzusetzen, folgte sofort. John Graham von Claverhouse, im Lied als "Bonnie Dundee" gehuldigt, war der Befehlshaber. In der Schlacht bei Killikrankie am 27. Juli 1689 hat er gesiegt, wurde aber tödlich verwundet. Ohne seine Führung schwand der Versuch dahin. Als im Jahre 1701 James starb, schickte König Louis seine Herolde nach dem Chateau, um den 13jährigen Sohn als König James VIII. von Schottland und III. von England zu proklamieren. Dieser Junge wurde in der Geschichte als "The Old Pretender" (der alte Prätendent) bekannt; sein Sohn, "The Young Pretender" war Prinz Charles Edward Stuart - "Bonnie Prince Charlie". Im darauffolgenden Jahr starb Wilhelm von Oranien. Sein Pferd stolperte an einem Maulwurfshaufen und warf ihn ab. Heimlich tranken die Jacobiten einen Toast "auf einen kleinen Herrn im schwarzen Samt". Sie hatten auch ihre eigene Art auf ihre Königstreue zu trinken - ihre Weingläser wurden über Wasser gehalten. Im Stillen zeigten sie dadurch, dass sie auf das Wohl des Königs in Übersee tranken. Es ist nie leicht gewesen zu schätzen wie beliebt die Jacobiten waren. Wilhelm von Oranien war nicht populär gewesen; die Stuart-Könige im Exil waren dafür umso mehr geschätzt. Jacobiten gab es in Großbritannien überall, und die intrigierten unentwegt. Mit der Zeit aber wurde ein großer Unterschied klar zwischen denen, die auf den König in Übersee anstießen und denen, die bereit waren für seine Wiedereinführung zu kämpfen. Wenn man aber das echte militärische Bestreben schätzt ist es klar, dass der überwiegende Teil des Jacobiten-Heeres immer aus dem Hochlande von Schottland kam. Keineswegs waren alle Hochländer Jacobiten. Gewisse Fakten aber ließen sie dazu neigen, das Königshaus im Exil zu bevorzugen. Erstens war es die einfache Treue zu einem König schottischen Ursprungs; dazu kam, dass die Clans patriarchalisch geführt waren, das Wort des Häuptlings war Gesetz, ergo das Konzept eines despotischen Königs war keineswegs unannehmbar; ferner, die katholisch - bzw. episkopalisch-Gesinnten waren nicht durch die religiösen Attacken von James abgestoßen worden, wie es bei den protestantischen Clans der Fall war. 1708 macht der Sohn von James II., der damals 20 Jahre alt war, seinen ersten Thronversuch. Mit 6000 französischen Truppen auf 30 Schiffen segelte er von Dünkirchen los. Die Flotte ging an der Mündung der Firth of Forth vor Anker. Der junge Mann hatte die Absicht, sich den Schotten als James VIII. vorzustellen. Den Vertrag zur Vereinigung mit England, erst im vorigen Jahr unterzeichnet, sollten sie abschaffen. Es erschien aber eine stärkere Marineflotte unter dem Admiral Byng. Hierauf flüchteten sich die Franzosen nach Norden, um eventuell über Nordschottland und Irland nach Dünkirchen zurückzukehren. Sieben Jahre später versuchte James es noch einmal. Auf seine Veranlassung und in seiner Abwesenheit, erhob am 6. September 1715 der Graf von Mar die Standarte der Stuarts zu Braemar und proklamierte James zum König von Schottland, England, Irland und - zur der Zeit etwas taktlos - von Frankreich. Mit fast 10.000 Soldaten marschierte Mar gegen Süden. Bei Sheriffmuir stießen sie auf das Heer von Georg I., unter dem Kommando des Herzogs von Argyll. Die Schlacht war unentschieden; nachher zog sich Mar nach Perth zurück und alle Initiative war verloren. Im Dezember kam James in Peterhead an, aber sein Beistand war in der Zwischenzeit zerschmolzen, und Argyll war ihm auf den Fersen. Am 4. Februar 1716, begleitet von dem unglücklichen Mar, kehrte er nach Frankreich zurück und sollte nie wieder Schottland sehen. Zu gleicher Zeit war auch in England ein Aufstand der Jacobiten zerschlagen worden. Dort, wie in Schottland, waren die Straf-Folgen rücksichtslos. Hinrichtungen folgten auf den grausamen Ritus - Aufhängen, lebend aufschneiden und Ausnehmen, danach zwecks öffentlicher Schau Vierteilen - dazu noch Deportationsurteile und die Abschaffung von Adelstiteln, darunter neunzehn in Schottland. Trotzdem folgte nach nur vier Jahren der nächste Versuch. Die Spanier standen diesmal mit England und Frankreich auf Kriegsfuß und es passte ihnen, die Jacobiten zu unterstützen. Eine Flotte von 29 Schiffen ging unter Segel aus Cadiz, mit 5.000 Soldaten und genügend Waffen für 30.000 mehr. Sie wurde aber sofort von einem Sturm zerschmettert. Zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte durfte man glauben, dass das Wetter konsequent die britischen Thronbesetzter bevorzugte. Eine Ablenkungstruppe wovon 307 Spanier, war aber schon auf hoher See. Sie landeten in Schottland und machten ihr Hauptquartier im Schloss Eilean Donan. Das Schloss wurde von der königlichen Kriegsmarine bombardiert, worauf die spanische Garnison sich ergab. Von den Clans kam wenig Unterstützung und am 10. Juni 1719, in dem schönen Glenshiel wurden die Jacobiten von dem Generalmajor Wigh tman mit seinen Garnisonstruppen aus Inverness geschlagen. Die Bergschlucht, durch welche sie flohen, wird Bealach-n.an-Spainteach genannt, der Pass der Spanier. Diese etwas pathetische Episode endete wie eine Posse. Da die Regierung sich weigerte, mussten die britischen Offiziere für die Verpflegung der Gefangenen bezahlen, und die Spanier wurden gebeten, Schuldscheine für die Kosten ihres Rücktransportes nach Hause zu unterschreiben. Erst nach weiteren 25 Jahren kam der nächste und letzte Versuch, einen Stuart auf den Thron zu setzten. In der Zwischenzeit hatte sich vieles im Hochland geändert. Festungen wurden gebaut und bemannt. General Georges Wade, der oberste Befehlshaber in Schottland, ließ etwa 360 Straßenmeilen und 40 Brücken bauen, damit die Regierungstruppen leichter in die Berge eindringen konnten. Um Ordnung zu erhalten wurden Hochlandkompanien rekrutiert, die an ihren Uniformen mit eigenem dunklem Tartanmuster erkennbar waren. Daher stammte die Black Watch. Vor diesem veränderten Hintergrund spielte sich das Drama der "Forty Five" ab. Fortsetzung folgt... |
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Seine Gewaltherrschaft und seine Versuche religiöse Freiheit für seine römisch-katholische Glaubensgenossen zu sichern, hatten bis Ende des Jahres 1688 den König James VII. von Schottland und II. von England, so unbeliebt gemacht, dass er das Land verlassen musste. Wilhelm von Oranien und Mary - seine Frau - nahmen an seiner Stelle die Krone gemeinsam an.
später versuchte James es noch einmal. Auf seine Veranlassung und in seiner Abwesenheit, erhob am 6. September 1715 der Graf von Mar die Standarte der Stuarts zu Braemar und proklamierte James zum König von Schottland, England, Irland und - zur der Zeit etwas taktlos - von Frankreich. Mit fast 10.000 Soldaten marschierte Mar gegen Süden. Bei Sheriffmuir stießen sie auf das Heer von Georg I., unter dem Kommando des Herzogs von Argyll. Die Schlacht war unentschieden; nachher zog sich Mar nach Perth zurück und alle Initiative war verloren. Im Dezember kam James in Peterhead an, aber sein Beistand war in der Zwischenzeit zerschmolzen, und Argyll war ihm auf den Fersen. Am 4. Februar 1716, begleitet von dem unglücklichen Mar, kehrte er nach Frankreich zurück und sollte nie wieder Schottland sehen. Zu gleicher Zeit war auch in England ein Aufstand der Jacobiten zerschlagen worden. Dort, wie in Schottland, waren die Straf-Folgen rücksichtslos. Hinrichtungen folgten auf den grausamen Ritus - Aufhängen, lebend aufschneiden und Ausnehmen, danach zwecks öffentlicher Schau Vierteilen - dazu noch Deportationsurteile und die Abschaffung von Adelstiteln, darunter neunzehn in Schottland. Trotzdem folgte nach nur vier Jahren der nächste Versuch.
tman mit seinen Garnisonstruppen aus Inverness geschlagen. Die Bergschlucht, durch welche sie flohen, wird Bealach-n.an-Spainteach genannt, der Pass der Spanier. Diese etwas pathetische Episode endete wie eine Posse. Da die Regierung sich weigerte, mussten die britischen Offiziere für die Verpflegung der Gefangenen bezahlen, und die Spanier wurden gebeten, Schuldscheine für die Kosten ihres Rücktransportes nach Hause zu unterschreiben. 


