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Die Geschichte des Tartans PDF  | Drucken |
Einblicke in die geschichtliche Entwicklung des Schottentuchs
von Chevalier Basil Henry Connor Wolfrhine of Stuart GCSA, Laird of Kintail
 
Scottish TartansHighlander tragen Tartan. Doch um jene Liebe zum Karierten zu erfahren, sollten wir uns mit der Geschichte des weltbekannten Schottenstoffs beschäftigen. Begleiten Sie mich auf eine Reise in vergangene Zeiten zu den Ursprüngen der schottischen Tradition. Das Wort Tartan ist  vom französischem “tartaine” abgeleitet, der Bezeichnung einer bestimmten Stoffart, die ursprünglich jedoch kein bestimmtes Muster oder Farbe erklärte. Erst als die Hochlandmuster sich zu Karos entwickelten, wurde im Laufe der Zeit aus “tartaine” der heutige Begriff “tartan”. Tartan steht für das Karomuster, welches in keinem Land von solch traditioneller Bedeutung ist, wie in Schottland. Das gälische Wort für Tartan ist “breacan”, das soviel heißt wie “teilweise farbig” oder “gesprenkelt”. Jeder Tartan zeigt die unterschiedlichste Anordnung von Farben, Streifen und Karos, und jeder Clan identifiziert sich mit einem oder mehreren Tartans, die dann auch den Namen der Clans, oder der Regimenter trägt. Die Familien halten ihren eigenen Tartan und für all jene, die weder einen Familien- noch einen Clan-Tartan tragen, gibt es einen District- oder National-Tartan. Ja sogar Clubs und Vereinigungen haben ihr Muster.

Doch nicht jedes Karomuster ist gleich ein Tartan. Ein Tartan ist doppelt symmetrisch. Der Schußfaden und der Kettfaden ist identisch. Wenn man den Tartan um 90 Grad dreht, scheint er unverändert, und auf jedem Muster, dem Set, gibt es zwei Stellen, welche das gleiche zeigen, wenn man einen Spiegel darauf hält. Vor allen Dingen ist ein Tartan aber ein Körperstoff; die Webfäden verlaufen über und unter jeweils zwei Kettfäden. Diese Eigenschaft ergibt die Schräglinien in den Farben. Tartan wird in Schottland meistens als Kilt, dem Schottenrock getragen, jedoch ist der Kilt oder ”philabeg”, wie er in der gälischen Sprache heißt, ein recht modernes Kleidungstück, welches auf den wesentlich älteren Belted Plaid, dem “breacan feile” zurückzuführen ist.

Die Herkunft des Tartan verliert sich im Dunkel der Zeit der schottischen Geschichte. Es gibt unzählige Meinungen, die sich letztlich alle auf die wenigen Beweise stützen, welche in der Geschichte ihre Erwähnung fanden. Als Virgil über die keltischen Völker schrieb, nannte er  sie “Virgatis lucent sagulis”, “sie leuchteten in gestreiften Gewändern”. Ein paar Sätze voran hatte er ihre milchige Haut und ihr goldrotblondes Haar erwähnt, so daß sie in ihren gestreiften Gewändern wohl leuchtend anmuten mußten. Doch warum in gestreiften Gewändern? Waren Streifen die Vorläufer des Karierten? Nun, es gibt im Lateinischen kein Wort für kariert oder schachbrettartig. Wie würde man so ein Muster also beschreiben wollen? Gestreift? Im Wesentlichen ist das Wort “sagulis”, das Virgil benutzte, um die Hochländer zu beschreiben, sehr interessant. “sagulis” wurde ohne Zweifel von “sagulum”, der Verkleinerung von “sagum”, abgeleitet”, das Tuch bedeutet. Tuch wiederum bedeutet ein Stück Stoff oder ein wollenes Material. Ein nicht uninteressanter Hinweis auf die Bekleidung der Hochländer zur Zeit Christi.

Scottish TartansAuch in der “Saga of Magnus Barefoot” aus dem Jahre 1093 finden wir einen Hinweis auf die schottische Hochlandkleidung. Die Saga berichtet, daß, wenn der König aus dem Westen zurückkehrte, die Tracht der westlichen Länder übernahm und nacktbeinig mit einer kurzen Tunika und dazu passenden Oberkleidern ankam. Viele vertreten die Meinung, daß es sich bei der kurzen Tunika um den ersten Kilt handeln könnte. Es ist jedoch wahrscheinlicher, daß Magnus das “leine croich”, das safranfarbene Hemd trug, welches zu dieser Zeit in Schottland allgemein getragen wurde. Auch fast fünf Jahrhunderte später, als John Major einen Bericht über die Highlander schrieb, war das safranfarbene Hemd noch im Gebrauch. ”Vom Schenkel bis zum Fuß sind ihre Beine unbedeckt, sie tragen einen ärmellosen Mantel statt eines Oberkleides und ein Hemd mit Safran gefärbt. Die Hochlandschotten stürzen sich in die Schlacht mit einem Leinengewand und einem ärmellosen Mantel, der auf mannigfaltige Art genäht, gefärbt und mit Pech überzogen ist.”

 
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